Credit Suisse
Japanische Fondsmanager bevorzugen Nebenwerte

Die Fondsgesellschaft Credit Suisse erzielt mit Finanz- und Konsumaktien einen hohen Wertzuwachs. Grund dafür ist neben Übergewichtung von Finanzwerten und Untergewichtung der Bereiche Gesundheit und Telekom auch Neuzugang Kunio Tomiyama .

HAMBURG. Die Fondsgesellschaft Credit Suisse Asset Management kann mit ihrem Neuzugang Kunio Tomiyama zufrieden sein: Der Japaner übernahm im März 2005 den CS Equity Fund Small Cap Japan und bewies seitdem ein glückliches Händchen. Das zeigt der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich von 29 auf japanische Nebenwerte spezialisierten Aktienfonds: Dort belegt der CS-Fonds mit einem Zuwachs von 51,44 Prozent den zweiten Platz.

"Besonders die Übergewichtung von Finanzwerten und Konsumtiteln sowie die Untergewichtung der Bereiche Gesundheit und Telekom haben zu der guten Wertentwicklung beigetragen", erläutert Tomiyama. Zum Anlageuniversum seines Fonds gehören Unternehmen mit einer Börsenkapitalisierung von bis zu 200 Mrd. Yen (1,38 Mrd. Euro), 30 Prozent des Portfolios darf er in Firmen mit einer höheren Marktkapitalisierung investieren. Diese Möglichkeit nutzt er derzeit jedoch mit einem Anteil von knapp vier Prozent kaum. "Die japanische Wirtschaft befindet sich im Aufwärtstrend, in diesem Umfeld schneiden wachstumsorientierte Titel aus der zweiten Reihe meist besser ab als Standardwerte", begründet Tomiyama.

Ähnlich zuversichtlich äußert sich auch Lilian Haag. "Die stabile wirtschaftliche Lage beflügelt vor allem die Binnenkonjunktur, von der Nebenwerte besonders stark profitieren", sagt die Managerin des DWS Japan Opportunities. Mit einem Wertzuwachs von 20,34 Prozent lag ihr Fonds zuletzt nur auf dem vorletzten Platz. Haag führt dies Ergebnis auf die Anlagerichtlinien zurück, die eine Gewichtung von mindestens 50 Prozent des Portfolios in Titeln aus dem technologielastigen Jasdaq-Index vorsieht. "Der Jasdaq schneidet seit 2003 deutlich schlechter ab als beispielsweise der MSCI Japan Small Cap, zudem orientiert sich kaum ein Fonds an diesem Index", erklärt die Managerin.

Zudem seien von den 964 Titeln im Jasdaq lediglich rund 30 ausreichend groß und liquide. Ihr Fazit: "Der Jasdaq hat sich daher als ungeeigneter Vergleichsindex erwiesen und wird ab Oktober dieses Jahres durch den MSCI Kokunai ersetzt. Damit sieht Haag ihre Chancen steigen, künftig wieder vorne mitzumischen.

Detlef Glow, Leiter des Fonds-Researchs beim Analysehaus Lipper, ist skeptisch: "Die Managerin muss dann erst einmal beweisen, dass sie mit der geänderten Anlagepolitik erfolgreicher agieren kann." Auch den Credit-Suisse-Fonds sieht Glow kritisch, da der neue Manager seine Feuertaufe in einem schwierigen Marktumfeld erst bestehen müsse. Ein solches Szenario erwartet er vorerst allerdings nicht.

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