DAC-Fonds erobert Spitze
Europäische Fondsmanager bevorzugen Finanzaktien

In den vergangenen Monaten hat der Dax Lux European Growth seine Konkurrenten unter den europäischen Aktienfonds deutlich hinter sich gelassen.

HB HAMBURG. Allerdings lässt das schlechte Rating ("E") der Analysegesellschaft Feri vermuten, dass der im April 2000 unter dem Namen H&A Lux DAC Neuer Markt aufgelegte Fonds nicht immer so erfolgreich war. Im Gegenteil: Als sich das Anlagespektrum noch ausschließlich auf den Neuen Markt bezog, musste der gerade mal vier Mill. Euro schwere Fonds Kursverluste von bis zu 95 Prozent hinnehmen.

Erst seit Änderung des Namens und der Anlagestrategie im November 2004 hat sich der von Stefan Feulner betreute Fonds von den hintersten Plätzen seiner Vergleichsgruppe an die Spitze vorgearbeitet. Seit der Umstellung investiert Feulner ausschließlich in stark unterbewertete Nebenwerte sowie Unternehmen mit Erfolg versprechende Turnaround-Stories oder Übernahmephantasie. "Es ist davon auszugehen, dass es in Zukunft noch zu vielen Übernahmen und Fusionen in allen Bereichen kommen wird", sagt Feulner.

Die größten Chancen sieht der Fondsberater des Kulmbacher Aktionärs-Clubs (DAC) in den Sektoren Medien, Telekommunikation und Elektronik. Zudem erwartet er angesichts der neuen Strategie künftig mehr Kontinuität in der Entwicklung seines Fonds. Bislang scheint die Rechnung aufzugehen: Während im Oktober nahezu alle Europa-Fonds ein Minus auswiesen, hielt sich der von Hauck & Aufhäuser in Luxemburg aufgelegte DAC Lux European Growth immerhin konstant. "Das Ergebnis von null Prozent ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass sich Positionen wie Mensch und Maschine oder Spymill entgegen dem Markttrend gut entwickelt haben", sagt Feulner.

Der im jüngsten Zwölfmonatsvergleich zweitplatzierte HAIG Equities Value Invest stammt ebenfalls aus dem Hause Hauck & Aufhäuser. Im Gegensatz zu Feulner setzt HAIG-Manager Nils Bartram derzeit jedoch vor allem auf die Sektoren Finanzen und Versicherungen. "Diese sind, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis und der Dividendenrendite, nicht hoch bewertet", sagt Bartram. Zu den größten Positionen gehören daher die französische Großbank Société Générale, die Allianz und der niederländische Finanzkonzern ING.

Auch im Portfolio des von Sanjeev Shah gemanagten Fidelity European Aggressive bilden Finanztitel das Schwergewicht, gefolgt von Konsum- und Energiewerten. Aktuell befinden sich 90 Einzeltitel im Portfolio des 1,8 Mrd. Euro schweren Anlegerlieblings. Shah, der das Management erst im August dieses Jahres von David Baverez übernommen hat, will den Fonds künftig noch breiter aufstellen und plant, die Anzahl der Positionen auf 110 Titel hochzufahren. Zudem soll der Anteil kleinerer und mittlerer Unternehmen im Portfolio des European Aggressive deutlich höher ausfallen als bisher.

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