Dachfonds-Manager minimieren die Risiken im Portfolio
Profis finden Wege im Anlagen-Dickicht

Hedge-Fonds standen in Deutschland in den vergangenen Wochen im Kreuzfeuer der Kritik. Ihr Einfluss auf die Kursgestaltung sei enorm, hieß es – auch deshalb, weil Hedge-Fonds ihren Einsatz durch die Nutzung von Krediten oder Derivaten vervielfachen können. Doch sind Hedge-Fonds oder Dach-Hedge-Fonds wirklich so geheimnisvoll?

Hedge-Fonds zu begreifen, ist selbst für erfahrene Investoren oft schwer. Da scheint es verständlich, wenn Dach-Hedge-Fonds als gänzlich undurchschaubar angesehen werden. Wofür ist diese komplexe Struktur gut? Warum reicht es nicht, in einen geeigneten Einzel-Hedge-Fonds zu investieren?

Berechtigte Fragen – aber es gibt überzeugende Antworten, wenn die Investmententscheidung nicht aus der Maximierung des Anlageergeb-nisses hergeleitet wird. In den Vordergrund gehört vielmehr die Frage, wie sich das Ergebnis unter Minimierung der Risiken erzielen lässt.

Die Instrumente dazu liefern Einzel-Hedge-Fonds. Ihre Strategien sind meist darauf ausgerichtet, Alpha zu erwirtschaften – Erträge, die unabhängig von der Marktbewegung entstehen. Die Umsetzung der Strategien erfolgt über die Instrumente, die für Hedge-Fonds typisch sind: Leerverkäufe und Kreditfinanzierung. Diese Instrumente werden bei den verschiedenen Hedge-Fonds-Strategien unterschiedlich eingesetzt; ihre Wirkung ist abhängig vom gegebenen Marktumfeld.

Aufgabe von Dachfonds-Managern ist es, ein schlüssiges Konzept aus diesen Faktoren zu bilden. Sie suchen geeignete Hedge-Fonds und beurteilen das Marktumfeld. Schließlich strukturieren sie ein Portfolio, das aus Hedge-Fonds besteht, die in diesem Umfeld besonders gute Chancen haben und deren Risikoprofile sich ergänzen. Denn trotz des Anspruchs, unabhängig vom Markt Erträge zu schaffen, sind Hedge-Fonds nicht losgelöst von Marktgegebenheiten. Zinsen, Zinsdifferenzen, Volatilität und Marktereignisse beeinflussen die einzelnen Hedge-Fonds-Strategien.

Eine Arbitragestrategie zum Beispiel wird in einem Markt mit geringen Kursbewegungen Mühe haben. Ereignisstrategien, die auf die Nutzung von Unternehmensfusionen spezialisiert sind, brauchen ein aktives Umfeld. Long-short-Aktienstrategien werden erfolgreich sein, wenn der Aktienmarkt ausgeprägte Kursveränderungen aufweist. Generell gilt: die Arbitrage- und Long-short-Strategien haben eine relativ geringe Abhängigkeit von Marktbewegungen, ereignisorientierte und Global-Macro-Strategien dagegen sind vom Markttrend beeinflusst. In unterschiedlichen Marktsituationen sind unterschiedliche Kombinationen von Hedge-Fonds geeignet, die Ertragsziele des Dach-Hedge-Fonds zu erreichen.

Die Ausrichtung auf das Ertragsziel ist für einen Dach-Hedge-Fonds wichtiger als für den klassischen Dachfonds. Denn im klassischen Dachfonds ist mit der vorgegebenen Strukturierung des Portfolios bereits über einen wesentlichen Teil der Performance entschieden. Noch bevor auch nur ein einziger Zielfonds im Portfolio integriert wurde, kann der klassische Dachfonds-Manager in Gedanken die Marktentwicklung für sich buchen, im Guten wie im Schlechten.

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