Dachfonds
Teuer bedeutet nicht auch gut

„Die Dachfonds-Familie vereint die besten Fonds der Welt in einem Wertpapier.“ So wie bei der Apobank lautet überall das Prinzip, das sich hinter dem Konzept für Dachfonds verbirgt; genial in der Theorie. Die Praxis sieht mitunter allerdings anders aus.

DÜSSELDORF. Volle 30 Jahre lang waren Dachfonds in Deutschland verpönt. Mit seinem IOS-Superfund hatte Bernie Cornfeld die Deutschen um hunderte Millionen erleichtert, als der verschachtelte Fonds für Fonds Ende der 60er Jahre zusammenbrach. Ende der 90er Jahre kamen Dachfonds wieder, aber zur Unzeit: Es sollte nicht mehr lange dauern, bis der Aktiencrash kam.

In der Börsenkrise konnten Dachfonds freilich ihre Berechtigung nachweisen. Wo die Anlagegrundsätze weit genug gefasst sind, wo Anlagemanager die Grundsätze flexibel genug handhaben und wo Auswahlverfahren die besten Zielfonds finden, da müsste sich auch der Gebührenaufwand lohnen, der Dachfonds nachgesagt wird.

Dachfonds stecken das Geld ihrer Kunden in andere Investmentfonds; in so genannte Zielfonds. Das können Aktien- oder Rentenfonds sein. Oder gemischte Fonds, die ihrerseits sowohl Aktien wie auch Anleihen aufnehmen, oder Immobilienfonds. Mitunter werden Dachfonds sogar zu Superfonds; dann nämlich, wenn sie nicht nur Anteile anderer Fonds kaufen, sondern daneben auch direkt in Aktien oder andere Wertpapiere investieren. Unter diesen Bedingungen können Fondsmanager wirklich beweisen, was in ihnen und in ihren Systemen steckt.

Etwa 5 000 Fonds stehen allein in Deutschland zur Auswahl bereit. Und im Ausland gibt es fast in jedem Land noch einmal so viele Investmentfonds, deren Manager sämtlich versprechen das Geld besonders effektiv zu vermehren. Vielfach sind diese Fonds heutzutage jedoch stark spezialisierte Anlagevehikel. Wie nachteilig das sein kann, haben die berüchtigten Neue-Markt-Fonds gezeigt. Wie gut solche spezialisierten Fonds sein können, das haben Länderfonds beispielsweise für Rumänien, Indien oder auch China gezeigt. Daran ändern auch die jüngsten Kursabschläge nichts, die von der neuen Leitbörse Shanghai ausgingen.

Stattliche 638 deutsche und internationale Dachfonds stehen momentan in einschlägigen Rennlisten, welche die Leistungen der vergangenen zwölf Monate zum Maßstab nehmen. An der Spitze stand Anfang März der Hypo Dynamik Bond A -Fonds. 36 Prozent Wertzuwachs in zwölf Monaten verbuchte er. Constantia Global und DB Platinum Dynamik folgen mit deutlichem Abstand und etwa 20 Prozent Plus auf den Plätzen.

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