Das Angebot wird sich dauerhaft verknappen
Der Öl-Fördergipfel ist überschritten

Kapitalanlagen in Rohöl gelten trotz des jüngsten Preisrückgangs am Ölmarkt als interessant. Denn das Thema Öl wird in den kommenden Jahren die weltwirtschaftlichen Diskussionen bestimmen.

HB MEERBUSCH. Energieexperten beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit einem Phänomen, das als Peak Oil bekannt geworden ist. Geprägt wurde der Begriff im Jahre 1955 von dem ehemaligen Shell-Chefgeologen M. King Hubbert. Seine damalige Studie befasste sich unter anderem mit dem Produktionsvolumen von Ölfeldern und deren Förderhöhepunkt, dem so genannten Peak Oil. Er besagt, dass das Produktionsvolumen einer Ölquelle ähnlich einer Glockenkurve verläuft: Ist die Spitze dieser Kurve erreicht, lässt das Volumen unumkehrbar beschleunigt nach. Damals sagte Hubbert den Gipfel der Ölförderung in Texas für 1970 voraus. Die Prognose des Geologen traf ins Schwarze.

Heute nutzt die Wissenschaft Hubberts Arbeiten für neue Kalkulationen des Ölgipfels. Die hitzig geführte Peak-Oil-Debatte nennt die Folgen der langfristigen Energie-Versorgung beziehungsweise die Ära nach dem Ölzeitalter. Das gegnerische Lager rund um Saudi-Aramco, Ölmultis wie Exxon-Mobil und die wissenschaftliche Gruppe CERA (Clanbridge Energy Research Associates) bestreitet eine Versorgungslücke, spricht im Gegenteil von Überkapazitäten bis zum Jahr 2010 und sieht den Öl-Förder-Gipfel erst für die Zeit nach 2040.

Die Fakten: Die Weltnachfrage nach Öl beträgt momentan etwa 83 Mill. Barrel pro Tag. Die Förderkapazität liegt bei 84 bis 85 Mill. Barrel pro Tag. Nach Angaben der internationalen Energieagentur IEA in Paris wächst die weltweite Nachfrage um mindestens zwei Prozent jährlich – in 2006 um 1,65 Mill. Barrel auf 85,6 bis 86,6 Mill. Barrel pro Tag. Das Wachstum im Angebot neuer Ölquellen und besserer Fördertechniken hält in etwa Schritt. Aber nur solange nicht einige Regionen deutlich weniger produzieren, politische Ereignisse oder wetterbedingter Ausfall zu Unterbrechungen führen.

Seite 1:

Der Öl-Fördergipfel ist überschritten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%