Das Computermodell der niederländischen Robeco-Gruppe empfiehlt aber eine deutliche Reduzierung der Restlaufzeiten
Dit-Manager sehen keine Alternative zu Euro-Renten

Es ist ein ungleiches Duell, das sich Scott Mather und Matthieu Louanges liefern. Während Mather mit seinem Dit-Euro Bond Total Return praktisch alle Möglichkeiten nutzen kann, für sein Basis-Portfolio aus auf Euro lautenden Staatsanleihen Zusatzerträge zu erwirtschaften, muss Team-Kollege Louanges beim konservativer ausgerichteten Dit-Allianz Rentenfonds etliche Beschränkungen beachten:

HB HAMBURG. Hochzinsanleihen sind ebenso verboten wie Fremdwährungen. Zudem müssen mindestens 50 Prozent der Fondsgelder in deutschen Papieren angelegt sein.

Diese Restriktionen warfen den bereits 1982 aufgelegten Fonds in der jüngsten Zwölf-Monats-Betrachtung der volumenstärksten Euro-Rentenfonds etwas zurück. Auf Sicht von drei Jahren kann sich das durchschnittlich erzielte Ergebnis von 7,13 Prozent aber durchaus sehen lassen. Unter den Schwergewichten ist der Dit-Allianz Rentenfonds derzeit der einzige, der sich mit der Bestnote („A“) der Ratinggesellschaft Feri Trust schmücken darf (Tabelle).

Ebenfalls die Höchstnote, in diesem Fall ein „AAA“, gibt es vom deutschen Ableger der US-Agentur Standard & Poor's (S&P) – und zwar für beide Dit-Fonds. Außer von der personellen Stärke des knapp 80-köpfigen Renten-Teams und der Flexibilität des Total-Return-Ansatzes zeigt sich S&P-Analyst Heiko Nitzsche davon beeindruckt, wie der von der US-Schwestergesellschaft Pimco seit langem erfolgreich praktizierte Managementstil auf europäische Verhältnisse übertragen wurde. Dies sei angesichts der zunehmenden Unsicherheiten an den Rentenmärkten womöglich ein entscheidender Wettbewerbsvorteil: „Wenn die Zinsen auf breiter Front sinken, erzielt jeder Fondsmanager gute Ergebnisse. Doch jetzt wird sich zeigen, wer wirklich etwas kann.“

Dit-Manager Scott Mather glaubt aber, auf die Vorschusslorbeeren verzichten zu können: „Anders als in den USA sind die Perspektiven an den europäischen Rentenmärkten nach wie vor gut. Es gibt kaum Anzeichen von Inflation, und wir erwarten weder in diesem noch im nächsten Jahr eine Zinserhöhung der Zentralbank“, sagt Mather. Daher seien Geldmarktfonds keine Alternative, und auch Aktien schnitten im Chance-Risiko-Verhältnis schlechter ab als Euro-Renten mit mittlerer Laufzeit. Gefahren sieht Mather für Unternehmensanleihen, deren Anteil am Portfolio er seit Jahresbeginn deutlich reduziert hat.

Ähnlich flexibel wie das Dit-Team reagiert auch Kommer van Trigt auf Veränderungen an den Rentenmärkten. Dabei dreht der Manager des Robeco Lux-o-rente aber nur an der Duration. Anhand eines computergestützten Modells fährt er die Laufzeiten herunter, wenn steigende Zinsen drohen, und umgekehrt. Derzeit sieht das Robeco-Modell, das von S&P die zweithöchste Rating-Note „AA“ erhält, die Situation deutlich skeptischer als Dit-Manager Mather: Die Duration des Gesamtportfolios liegt bei nur 2,9 Jahren, bei Euro-Titeln sind es gar nur 0,9 Jahre.

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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