Das Investment
Biotech-Fonds erweisen sich als krisenfest

Probleme mit der US-Immobilienkrise? Keine Spur. Michael Sjöström, Geschäftsführer von Sectoral Asset Management, verweist auf auf den von ihm beratenen Biotech-Fonds der Schweizer Privatbank Pictet, der seit Anfang August entgegen dem allgemeinen Abwärtstrend leicht zulegen konnte – doch der schwache Dollar kostet europäische Anleger einen großen Teil der Rendite.

HAMBURG. „Unser Fonds hat gerade einen neuen historischen Höchststand erreicht“, sagt Michael Sjöström zufrieden. Tatsächlich konnte der von Sjöström beratene Biotech-Fonds der Schweizer Privatbank Pictet seit Anfang August gegen den allgemeinen Abwärtstrend leicht zulegen.

Der Geschäftsführer von Sectoral Asset Management im kanadischen Montreal führt den Anstieg zum einen auf die Nähe zur allgemein als sehr defensiv geltenden Pharmabranche zurück, zum anderen auf die gute Entwicklung einiger seiner größten Positionen. Als Beispiel nennt er Alexion, eine unter anderem auf Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisierte US-Gesellschaft: „Nach der Bekanntgabe guter Nachrichten ist die Aktie innerhalb von vier Wochen um 40 Prozent gestiegen.“

Doch einen Schönheitsfehler hat die Erfolgsmeldung von Sjöström: Der historische Höchststand bezieht sich auf die Originalwährung des Pictet Biotech, den US-Dollar. Dessen Schwäche kostete deutsche Anleger in den vergangenen fünf Jahren rund 65 Prozentpunkte, so dass das in Euro errechnete Allzeit-Hoch noch ein gutes Stück entfernt liegt. Auch in den vergangenen zwölf Monaten ließ sich mit der währungsgesicherten Variante mehr verdienen: Mit einem Wertzuwachs von 20,47 Prozent führt der Mitte 2004 aufgelegte Pictet Biotech EUR-Hedged die auf die Gesundheitsbranche spezialisierten Aktienfonds an; das Original belegt Rang drei (Tabelle).

Weil Fondsmanager Hans Leitner Währungsrisiken grundsätzlich nicht absichert, ist auch der per Ende Juli auf Rang vier liegende Espa Stock Biotec der österreichischen Erste Sparinvest KAG noch weit von dem im Herbst 2000 markierten Höchststand entfernt. Leitner hat noch eine weitere Erklärung parat, warum sich der von ihm und Sjöström abgedeckte Sektor in den jüngsten Marktturbulenzen so gut gehalten hat. „Verluste sind vor allem dort entstanden, wo trendorientierte institutionelle Investoren Gewinne in zuvor stark nachgefragten Bereichen realisiert haben“, sagt er. Diese Anlegergruppe meide die Biotech-Branche jedoch bereits seit Jahren „wie die Pest“.

Wann das für einen breiten Aufschwung notwendige Interesse der Profis wieder erwacht, darüber mag Leitner nicht spekulieren. Er hält sich lieber an fundamentale Daten, die schon seit längerem für eine Renaissance des Sektors sprächen. „In den vergangenen Jahren haben viele Biotech-Firmen ein enormes Know-how entwickelt, dessen Wert von den meisten Marktteilnehmern bislang ignoriert wird“, klagt er. „Die Bewertungen bewegen sich immer noch in der Nähe eines Zehn-Jahres-Tiefs“, ergänzt Sjöström.

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