Debakel um Falcon-Fonds
Citi verspekuliert sich auch mit Hedge-Fonds

Die Serie schlechter Nachrichten bei der Citigroup hält an. Nach hohen Verlusten im Geschäft mit Hedge-Fonds wächst der Druck auf den US-Bankenriesen, Investoren des Fonds Falcon Strategies einen Teil ihrer Einlagen zurückzuerstatten. Informationen des „Wall Street Journal“ zufolge haben einige US-Banken mehr als 1,6 Mrd. Dollar in den Fonds gesteckt – und inzwischen größtenteils verloren.

NEW YORK. Der New Yorker Citi-Ableger Smith Barney habe dieses alternative Investment-Vehikel als sicheren Hafen angepriesen, schreibt die US-Zeitung. Inzwischen hat der Fonds mehr als 75 Prozent an Wert eingebüßt.

Um einer Klagewelle vorzubeugen, hat Citigroup einigen Investoren bereits den Ausstieg aus dem Fonds ermöglicht und im Gegenzug 45 Cents pro Dollar zurückgezahlt. Insgesamt soll Citigroup dafür 250 Mill. Dollar ausgegeben haben. Mit größeren Banken wie Wachovia, die bei dem Hedge-Fonds allein mehr als eine Mrd. Dollar im Feuer hat, steht eine Einigung offenbar noch aus. Die fünftgrößte US-Bank hat im ersten Quartal 2008 einen Verlust von 315 Mill. Dollar ausgewiesen, der auf Investments in Hedge-Fonds der Citigroup zurückzuführen ist. Die Bank Fifth Third aus Cincinnati bezifferte den Verlust mit Falcon-Fonds auf 323 Mill. Dollar und hat inzwischen eine Klage gegen den Vertragspartner Transamerica Life Insurance angestrengt. Fifth Third hatte 612 Mill. Dollar in Policen des Lebensversicherers gesteckt, und der wiederum investierte das Geld in Hedge-Fonds von Citi. Auf diese Weise haben in der Vergangenheit viele US-Banken versucht, die Renditen aus der Lebensversicherung ihres Personals aufzupeppen. Diese sogenannten "Bank Owned Life Insurance"-Programme (BOLI) sind in den 90er-Jahren in Mode gekommen, weil sie in den USA Steuervorteile bieten. Ende 2007 überstieg das Volumen dieser BOLI-Programme das Volumen von 120 Mrd. Dollar, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Adam Savett von der Beratungsfirma Risk Metrics sieht mit Blick auf die umstrittene Anlagestrategie noch hohe Verluste auf viele Banken und ihr Personal zukommen: "Bisher sehen wir nur die Spitze des Eisbergs."

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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