Deka verkauft Objekte in München und Frankfurt, DB Real Estate schätzt Asien
Globale Immobilienfonds meiden Deutschland

Die Schließung des offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest Ende vergangenen Jahres hat der DB Real Estate monatelang negative Schlagzeilen beschert. Doch mittlerweile gibt es auch wieder Positives von der Tochtergesellschaft der Deutschen Bank zu berichten:

HAMBURG. So sind die Rückflüsse des inzwischen wieder geöffneten Fonds im Juli auf rund 180 Mill. Euro zurückgegangen, der Schwesterfonds Grundbesitz-Global verbuchte mit 86 Mill. Euro sogar das zweitbeste Neugeschäft aller 26 offenen Immobilienfonds. Auch die Wertentwicklung kann sich sehen lassen: Mit einem Zuwachs von 6,84 Prozent erzielte der Grundbesitz-Global in den vergangenen zwölf Monaten das beste Ergebnis seiner Vergleichsgruppe.

"Der Fonds profitierte von einer moderaten Liquiditätsquote von unter 20 Prozent sowie von den positiven Bewertungsergebnissen der vergangenen Wochen", erläutert DB-Real-Estate-Geschäftsführer Hermann Wüstefeld. Zudem habe sich auch der erzielte Mehrerlös bei den Verkäufen zweier Immobilien in London und Paris positiv auf die Wertentwicklung ausgewirkt. Derzeit sondiert die Gesellschaft Wüstefeld zufolge unter anderem die Märkte in Nord- und Osteuropa sowie in den USA. Für besonders aussichtsreich halten die Immobilienmanager jedoch Asien, wo der Grundbesitz-Global derzeit mit mehr als acht Prozent des Portfolios investiert ist. "Insbesondere in Japan, Korea und Singapur sehen wir großes Potenzial", sagt Wüstefeld. Der deutsche Markt bleibt hingegen komplett außen vor.

Anders war es bislang beim aktuell viertplatzierten Deka Immobilien Global: Die im vergangenen Jahr ebenfalls mit Negativschlagzeilen kämpfende Sparkassen-Tochter Deka Immobilien hielt in ihrem weltweit anlegenden Fonds bislang zwei Immobilien in Frankfurt und München. "Wir haben die günstige Marktlage jedoch genutzt, um die beiden Objekte Gewinn bringend zu verkaufen", erläutert Reinhardt Gennies, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Deka Immobilien. Anders als die DB Real Estate, die mit dem Grundbesitz-Global bis zu 100 Prozent des Portfolios außerhalb Europas halten kann, strebt die Deka Immobilien mit ihrem Globalfonds einen Europa-Anteil von rund 50 Prozent an.

"Angesichts der unterschiedlichen Zielsetzungen hinsichtlich der weltweiten Ausrichtung erscheint der Grundbesitz-Global flexibler", sagt Detlef Glow, Leiter des Fonds-Research beim Analysehaus Lipper. Allerdings sieht er beide Fonds eher kritisch: "Der durch die globalen Portfolios bedingte Risikozuschlag wurde bislang nicht mit einer adäquaten Wertentwicklung vergütet", begründet er seine Skepsis. Ein besseres Chance-Risiko-Profil sieht Glow etwa beim Axa Immoselect, beim SEB Immoinvest und beim CS Euroreal.

Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds

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