Depotstruktur
Währungsfonds steigern die Effizienz

Fonds, die auf Chancen in den Währungsmärkten setzen, können durchaus erfolgreich operieren.

HB FRANKFURT. Mit einem täglichen Handelsvolumen von mehr als 3,2 Bill. Euro stellt der Devisenmarkt den liquidesten Teil der Finanzmärkte dar. Allerdings gehen viele Investoren bisher davon aus, dass hier keine überdurchschnittlichen Renditen erzielt werden können, die über dem risikofreien Zinssatz liegen. Schließlich gelten die liquidesten Märkte auch als die effizientesten. Weshalb gelingt es dennoch einigen Marktteilnehmern an diesem Markt erfolgreich zu sein?

Auch wenn vielen Anlegern auf den ersten Blick dieser hochliquide Markt als effizient erscheint, argumentieren Devisenexperten dagegen. Denn viele Marktteilnehmer wie beispielsweise Industrieunternehmen agieren nicht währungsertragsorientiert, sondern wollen vor allem Währungsrisiken absichern, um eine feste Kalkulationsbasis zu haben. Zentralbanken hingegen verfolgen zumeist ein politisches Interesse, wie zum Beispiel eine stabile nationale Währung.

Die daraus auf dem Währungsmarkt resultierenden Ineffizienzen nutzen Währungsmanager, um Erträge zu erzielen. Anhand verschiedener technischer und fundamentaler Faktoren bewerten sie die einzelnen Währungen. Dabei berücksichtigen sie Kriterien wie die kurzfristigen Zinsen, die nationale Notenbankpolitik und die Zinsstrukturkurve. Ebenso bewerten sie die Aktienmärkte und die absolute Veränderung der Devisenkurse in der jeweiligen Währung.

Bei der Komposition des Portfolios folgen die Währungsmanager verschiedenen Strategien. Die Unterschiede liegen insbesondere in der Anzahl und Auswahl der einbezogenen Währungen. So konzentriert sich zum Beispiel ein Modell auf die neun liquidesten Währungen am Markt. Wöchentlich wird ein Ranking dieser Währungen erstellt. Bei den "besten drei" setzt der Fondsmanager auf einen Anstieg, bei den "schlechtesten drei" auf einen Rückgang der Kursrelation zum Euro. Andere Währungsfonds setzen auf mehr als 20 Währungen und schließen exotischere Währungen ein.

Anleger sollten bedenken, dass die Funktionsweise und die Liquidität an den exotischeren Währungsmärkten anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegen als in den entwickelten Industrieländern. Für Investoren, die von der Entwicklung exotischer Währungen profitieren wollen, bieten sich vor allem so genannte Absolute-Return-Konzepte an. Diese Fonds setzen bewusst auf die höherverzinslichen Währungen der Schwellenländer und zielen auf eine Stabilisierung der Anlageergebnisse.

Eines aber haben alle Produkte gemein: die geringe Korrelation zu den traditionellen Anlageklassen, sowie zu alternativen Investments. Somit kann die Effizienz des Portfolios durch Hinzufügen gemanagter Währungsfonds erheblich verbessert werden. Dabei stellen diese Konzepte nicht nur für institutionelle Investoren eine interessante Diversifikationsmöglichkeit dar.

Gerhard L. Single ist Investmentspezialist der American Express .

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