Der Markt in Europa ist noch jung
Spezialprodukte bieten Rendite fernab der klassischen Märkte

Immer mehr Fondsanbieter kommen auf den Geschmack von Wertpapieren, die mit Forderungen besichert sind. Seit dem vergangenen Jahr legen sie Fonds mit den so genannten Asset Backed Securities (ABS) zunehmend als Publikumsfonds auf.

HB FRANKFURT/M. Damit erreichen sie vor allem professionelle Anleger. Diese suchen wegen der geringen Erträge am Geldmarkt Alternativen mit überschaubarem Risiko. Aber auch für informierte, vermögendere Privatanleger könnten ABS-Fonds geeignet sein, da sie ähnlich wie Profis investierten, sagt Michael Sandlers vom Analysehaus Feri Trust.

In Europa können Investoren für ABS-Anleihen mit sehr guter bis guter Bonität (Ratings von „AAA“ bis „A“) noch immer 0,2 bis 1 Prozentpunkt mehr Rendite einstreichen als am Geldmarkt. ABS sind Wertpapiere, die mit Forderungen aus Hypotheken- oder Konsumentenkrediten besichert sind. Zu den klassischen ABS-Sparten zählen Autokredite, Kreditkarten und Wohnungsbaukredite. Solche Forderungen werden an eine Zweckgesellschaft übertragen. Diese begibt die ABS, die meist so strukturiert werden, dass der Großteil der Emission die höchste Bonität „AAA“ bekommt.

In Europa entwickelt sich der Markt im Gegensatz zu den USA erst seit fünf Jahren: Bis zum Jahresende wird sich das Volumen von Neuemissionen auf gut 220 Mrd. Euro verdreifachen, schätzt WestAM. Dabei dominieren private Hypothekendarlehen, vor allem aus Großbritannien.

Anlegern bieten ABS-Fonds neben dem Renditeplus eine breite Fächerung im Depot. Die Titel entwickeln sich weitgehend unabhängig von Aktien und Anleihen. Die Bonität der Wertpapiere ist zudem relativ stabil. Da ABS weniger liquide als gängige Anleihen und wegen ihrer Komplexität aufwendig zu analysieren sind, investieren Profis gern über Fonds in ABS.

„ABS-Fonds sind eine nette Beimischung, die unabhängig von der Zinsentwicklung die Depotrendite steigern können“, sagt Heiko Nitzsche vom Fondsratinghaus Standard & Poor’s Investment Services. Allerdings müssten sich Investoren mit der Materie auseinander setzen, um zu wissen, was sie kauften. Für die breite Privatkundschaft stelle sich zudem die Frage, ob sich ABS-Fonds nach Abzug der Gebühren lohnten, meint Wolfgang Kaiser vom Ratingunternehmen Fonds Consult. Viele Gesellschaften bieten die ABS-Produkte auch nur für Institutionelle an, weshalb die Mindestanlagesummen sehr hoch sind.

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