Der Markt wartet auf das neue Investmentgesetz
Hedge-Funds sind keine Modeerscheinung

Das Bundesfinanzministerium wird in den nächsten Tagen den Referentenentwurf des neuen Investmentgesetzes vorlegen. Das Gesetz sieht u.a. vor, dass sich Hedge-Funds in Deutschland ansiedeln können.

FRANKFURT/M. Damit trägt die Regierung einem an den Finanzmärkten zu beobachtenden grundlegenden strukturellen Wandel Rechnung. "Hedge-Funds sind keine Modeerscheinung", sagt Alexander M. Ineichen, geschäftsführender Direktor des Bereichs Aktien-Derivate bei der UBS Investment Bank in London.

Nach dem Aktienmarkt-Debakel der vergangenen drei Jahre und der sich an den Bondmärkten aufbauenden spekulativen Blase sei bereits heute zu erkennen, dass alternative Investmentformen wie Hedge- Funds an Bedeutung gewinnen dürften. "Hedge-Funds werden die Finanzdienstleistungsbranche für immer verändern", sagt Ineichen, der als einer der Vordenker der Branche gilt. Immer mehr aktive Vermögensverwalter dürften sich die Alter- nativ-Investment-Philosophie zu Eigen machen, da sie von ihren Kunden stärker am Thema "Absolute Return" gemessen werden. Manager von Hedge-Funds streben nach absoluten Erträgen, orientieren sich im Gegensatz zu Investmentfonds-Managern also nicht an Messlatten wie Indizes. Das Potenzial von Hedge- Funds sei riesig, sagt Renato Staub von UBS Global Asset Management in Chicago. In den USA - dem Ursprungsland der Bewegung - hätten Pensionsfonds bislang nur 5 bis 6 % ihres Vermögens in Alternativ-Investments (AI) angelegt.

Als Hauptgrund, um in Hedge-Funds zu investieren, wird stets eine niedrige Korrelation (wechselseitige Abhängigkeit) zu anderen Asset-Klassen genannt. Im Klartext: Auch in der Krise kann diese Anlageklasse Gewinne einfahren. Mittlerweile gibt es hier zu Lande zahlreiche Hedge-Fund-Zertifikate. Emittenten sind Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Hypo-Vereinsbank, BNP, UBS, SG, Hauck & Aufhäuser, Gamag, Barclays Capital, Goldman Merrill Lynch, JP Morgan und WestLB.

Anleger sollten nicht vergessen, dass diese Instrumente hohe Risiken bergen. So betont Rechtsanwalt Achim Pütz, Vorsitzender des Bundesverbandes Alternativ-Investments (BAI), dass bei manchen Strategien auch Fremdkapital und Derivate zum Einsatz kommen, was wegen der dadurch entstehenden Hebelwirkung höhere Chancen und Risiken bringt. In einer Broschüre von Commerzbank Securities wird ferner ergänzt, ein AI-Investment sei spekulativ und sollte nur mit Risikokapital vorgenommen werden. Außerdem weisen die Experten auf ein Währungsrisiko hin: Die Investments der Funds könnten in US-Dollar vorgenommen werden, aber Zeichnungs- und Rückzahlungspreise könnten in Euro gezahlt werden. Da sei dann ein Risiko, dass Erträge auf Grund schwankender Wechselkurse geschmälert würden. Insbesondere die Stärkung des Euros gegenüber dem US-Dollar könnte einen negativen Effekt auf den Rückzahlungswert haben. Vermutlich werden sich die Fonds gegen Wechselkursschwankungen absichern, doch auch dies bedeutet Kosten und geht zu Lasten der Performance. Ohnehin können die anfallenden Kosten bei AI teilweise sehr hoch sein, sagt Rolf Elgeti, Londoner Aktienstratege der Commerzbank.

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