Derivate
Anleger sehen bei Zertifikaten genauer hin

Versierte Anleger investieren rund ein Drittel ihres Depots in Derivaten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Internetportals Onvista, die dem Handelsblatt vorliegt. Von den rund 2 500 Anlegern, die sich an der Befragung beteiligten, handelt mehr als die Hälfte mit Optionsscheinen, Indexzertifikate kaufen 44 Prozent.

DÜSSELDORF. Zum vierten Mal befragte der Internetdienst seine Nutzer zu deren Anlageverhalten. Die Fragen konnten im vergangenen Jahr zwei Wochen lang im Internet beantwortet werden.

Die Ergebnisse der Befragung deuten darauf hin, dass erfahrene Anleger stark auf Zertifikate setzen, sich aber zunehmend auch über die Risiken der Anlageform im Klaren sind. So achten 60,8 Prozent der Anleger bei der Auswahl von Indexzertifikaten darauf, dass die Dividenden in den Kurs einfließen. Denn bezieht sich das Derivat nur auf einen Kursindex, dann gehen dem Anleger die Dividenden der enthaltenen Aktien verloren. Mit Zertifikaten auf Basis eines Performanceindex lässt sich dieses Problem umgehen.

Beim Kauf der Produkte beachtet ein Großteil der Anleger die Bonität des Emittenten. Da die Papiere rechtlich Inhaberschuldverschreibungen sind, bergen sie das Kreditrisiko des Emittenten. Besonders bei langen Laufzeiten ist es sinnvoll, sich über das Kreditrating des Verkäufers zu informieren.

Auch beim Handel zeichnet sich ein Trend zu mehr Sicherheit ab. So kauft oder verkauft ein Viertel der Befragten ausschließlich an den Derivatebörsen. Die Zahl der Anleger, die "überwiegend Börslich handeln", stieg ebenfalls auf 29 Prozent. Trotz des Versuchs einzelner Banken, Anleger mit gebührenfreiem außerbörslichen Handel und neuen Limitfunktionen anzulocken, schätzen die Befragten offenbar die höhere Transparenz und Rechtssicherheit der Börse. Ergänzende Möglichkeiten zum Handel am Abend sind aber willkommen.

Mehr als 80 Prozent der Befragten treffen ihre Anlageentscheidungen ohne Berater. Das gilt nicht nur beim Kauf von Optionsscheinen und Hebelprodukten, sondern auch bei Zertifikaten mit Anlagecharakter. Diese Papiere, z.B. Index-, Discount- und Bonuszertifikate, machen in den Depots acht Prozent aus (siehe Grafik).

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