Derivate
Anleger setzen vermehrt auf Gold-ETFs

Durch die anhaltende Staatsschuldenkrise steigt die Goldnachfrage wieder an. Verunsicherte Investoren setzen deshalb vermehrt in börsennotierte Indexfonds auf den Goldpreis.
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FrankfurtVerunsicherte Investoren flüchten vor der Staatsschuldenkrise in Europa wieder vermehrt in börsennotierte Indexfonds (ETFs) auf den Goldpreis. Der weltweit größte Fonds dieser Art, der SPDR Gold Shares, verbuchte am Montag den größten Mittelzufluss seit Mitte Mai, wie Zahlen des Fondsanbieters State Street Global Advisors am Dienstag zeigten. „Die hohe Verunsicherung unter den Marktteilnehmern in Bezug auf die noch lange nicht gelöste Staatsschuldenkrise in der Eurozone lässt offensichtlich die Goldnachfrage wieder anziehen“, sagte Commerzbank-Rohstoffanalyst Eugen Weinberg.

Wenn Investoren in Gold-ETFs investieren, müssen die Fonds Gold im aktuellen Gegenwert kaufen. Die Zuflüsse beim SPDR Gold Shares beliefen sich gestern auf rund 4,2 Tonnen Gold. Das entspricht beim aktuellen Kurs von 1287 Euro einem Gegenwert von rund 41 Millionen Euro. Insgesamt hält der Fonds nun rund 1282 Tonnen Gold im Portfolio.

Auch Europas größter Anbieter von Rohstoff-ETFs und ähnlichen börsennotierten Rohstoffprodukten (ETPs) verzeichnet hohe Zuflüsse in Goldprodukte. "Der Trend zu Investments in Gold hält nun schon die vierte Woche in Folge an", sagte Nigel Longley, der das deutsche Geschäft von ETF Securities verantwortet. In der vergangenen Woche haben Anleger knapp 95 Millionen Euro in Gold-ETFs und -ETCs von ETF Securities investiert.

Gold gilt bei Investoren als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Angesichts der nicht endenden Diskussionen um die europäische Schuldenkrise haben Anleger zuletzt verstärkt in das Edelmetall investiert. Im Zuge dessen legte der Goldpreis auf Euro-Basis von rund 1200 Euro Mitte Mai um rund sieben Prozent auf 1287 Euro zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Derivate: Anleger setzen vermehrt auf Gold-ETFs"

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  • Ob 41Mio oder fast 170 Millionen, auch das Handelsblatt rechnet offensichtlich seit geraumer Zeit nur noch mit "peanuts"! Willkommen im Club der Zero-Informationen!

  • Hat der Redakteur denn jetzt schon kein Geld mehr für einen Taschenrechner?
    4,2 Tonnen Gold entsprechen bei einem Unzenpreis von 1287 € nicht dem Gegenwert von 41 Mio € (wie im Artikel geschrieben), sondern VIER mal so viel (ca. 170 Mio).

  • Sie haben völlig recht. Leider werden die meisten das erst kapieren, wenn ihre Papierchen sich in Luft aufgelöst haben ....

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