Deutsche-Bank-Produkt siegt
US-Aktien: Index-Fonds düpiert die Konkurrenz

Von einem vergleichsweise simplen rechnerischen System geschlagen zu werden, das gefällt wohl keinem aktiv arbeitenden Fondsverwalter. Im vergangenen Jahr mussten sich in der Kategorie "Aktien Nordamerika" gleich 255 Manager mit dieser Situation abfinden.

HAMBURG. Als Sieger kam mit dem DB Platinum IV US Value R2C der Deutschen Bank ein Fonds ins Ziel, der einen hausintern berechneten Index nachbildet.

Die Grundlage für den Xavex-US-Value-Index bilden die 251 größten Aktien des Marktbarometers S&P 500. Aus den Kursen der vorangegangenen zwölf Monate sowie der Gewinnschätzung für das laufende Jahr berechnet die Deutsche Bank für jeden einzelnen Wert das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Die 30 Aktien mit der niedrigsten Bewertung fließen zu gleichen Teilen in den Index ein und damit auch in den Fonds.

Quartalsweise prüft und aktualisiert die Bank anschließend die Zusammensetzung des Fonds. Durch diesen Value-Ansatz profitierten die Macher des Platinum-Fonds - einen Manager im eigentlichen Sinne gibt es nicht - vom zuletzt zu beobachtenden Anlagetrend in Substanzwerte.

Ein mit 34,88 Prozent fast ähnlich gutes Jahresergebnis erreichte der OP American Equities von Oppenheim Pramerica. Allerdings war dafür deutlich mehr Aufwand als beim Deutsche-Bank-Fonds erforderlich. Für das Management zeichnet das New Yorker Beratungsunternehmen Jennison Associates verantwortlich, das 2005 vor allem die drei Sektoren Energie, Rohstoffe und Informationstechnologie übergewichtete.

Im Ölgeschäft konzentrierte sich Jennison-Manager David A. Kiefer besonders auf Dienstleister, die Ölfelder erschließen und für Großkonzerne ausbeuten. Diese haben sich seiner Ansicht zufolge über Jahrzehnte hinweg zu sehr auf ihren Reserven ausgeruht und gerieten dadurch in einen Teufelskreis: Der weltweite Ölverbrauch nimmt stetig zu, doch die bekannten Ölfelder geben weniger her. Kiefer: "Den Explorationsunternehmen beschert das ein enormes Auftragsvolumen." Im Technologiebereich brachten den OP American Equities insbesondere Google und Agilent nach vorn.

Für 2006 zeigt sich das US Kiefer-Haus zufolge optimistisch für den amerikanischen Aktienmarkt. Zwar stiegen die Unternehmensgewinne im laufenden Jahr voraussichtlich nur noch um einstellige Prozentbeträge, dafür dürfte es an der Zins- und Inflationsfront ruhig bleiben. Positive Impulse erwartet Jennison zudem von der anziehenden Konjunktur in Japan und Europa. So sei das Wachstum global besser verteilt und dadurch sicherer. Auch die Tatsache, dass die US-Börse in den beiden vergangenen Jahren gegenüber anderen Aktienmärkten zurückgeblieben ist, stimmen die US-Strategen zuversichtlich.

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