Deutsche-Bank-Tochter X-Markets wählt Aktien nach quantitativen Kriterien aus
Deutschland-Fonds läuft auch ohne Finanzwerte gut

Was die Volumina betrifft, liefern sich die Deutsche-Bank-Töchter X-Markets und DWS im Fondsgeschäft ein ungleiches Duell: So verwaltet die unter X-Markets firmierende Derivate-Abteilung in 28 unter dem Namen DB Platinum vermarkteten Fonds lediglich sieben Mrd. Euro, die DWS kommt mit mehr als 500 Produkten auf 122 Mrd. Euro. Bei der Wertentwicklung kann X-Markets jedoch locker mithalten.

HAMBURG. Beispiel: DB Platinum CROCI Germany. Der erst im September 2005 aufgelegte Deutschland-Fonds liegt im jüngsten Zwölfmonatsvergleich seiner Kategorie mit einem Zuwachs von 36,01 Prozent auf Platz eins und lässt damit das ebenfalls gut platzierte Trio DWS Zürich Invest Aktien Deutschland, DWS Deutschland und DWS Deutsche Aktien Typ O hinter sich (s. Tabelle).

Anders als die drei DWS-Fonds, deren Manager aktives Stockpicking (Einzeltitelauswahl) betreiben, wird das DB-Platinum-Produkt passiv gemanagt und bildet den Deutsche-Bank-CROCI-Germany-Index ab. "Das CROCI-Modell steht für ?Cash Return on Capital Invested? und dient als Bewertungsmaßstab für die Aktien, die in den Index aufgenommen werden", erläutert Stefan Armbruster von X-Markets. Das Modell diene dazu, die Kurs-Gewinn-Verhältnisse verschiedener Branchen und Unternehmen vergleichbar zu machen, um so die 15 am attraktivsten bewerteten deutschen Aktien aus dem Universum des Dow-Jones-Euro-Stoxx-Index herauszufiltern.

Die Zusammensetzung des Fonds wird anhand dieses Modells monatlich überprüft, die Gewichtung erfolgt in etwa zu gleichen Teilen. "Finanzwerte bleiben aufgrund ihrer stark von anderen Branchen abweichenden Bilanzwerte jedoch außen vor", erläutert Armbruster. Damit weicht die Zusammensetzung des Fonds deutlich von der Portfoliostruktur der drei DWS-Produkte ab, die jeweils zu rund einem Drittel in Finanztitel investiert sind. Doch es gibt durchaus auch Überschneidungen: So gehören BASF und RWE in allen vier Fonds zu den größten Positionen.

X-Markets-Direktor Armbruster gibt sich zuversichtlich, dass das Volumen der DB Platinum-Fonds stark zunehmen wird: "In den USA werden bereits zwei Drittel des gesamten Fondsvermögens in börsengehandelten Indexfonds und rein quantitativ gemanagten Produkten verwaltet, in Deutschland sind es erst zehn Prozent." Auch Björn Drescher bescheinigt diesem Marktsegment ein zunehmendes Interesse der Investoren. Der Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier" in St. Augustin rät Anlegern angesichts der teils sehr komplexen Strategien aber, die jeweiligen Ansätze vor einem Kauf zu prüfen. Sein Urteil zum DB Platinum CROCI Germany: "Der Fonds weist zwar ein schlüssiges Konzept auf, ist aber aufgrund der engen Fokussierung keinesfalls als marktbreites Investment zu sehen."

Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds

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