Deutsche Bank
Wachstum der ETF-Branche wurde 2011 gebremst

In diesem Jahr ist die ETF-Branche stärker gebremst worden als bisher angenommen. In den ersten elf Monaten des Jahres sei die Branche nur um 3,5 Prozent gewachsen, hieß es seitens der Deutschen Bank.
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FrankfurtDie Schuldenprobleme in den USA und Europa sowie die Kritik an börsennotierten Indexfonds (ETFs) haben das Wachstum der Branche in diesem Jahr stärker gebremst als bisher angenommen. Die Deutsche Bank schraubte am Montag ihre Erwartungen nach unten und rechnet nun mit einem Plus in diesem Bereich von lediglich fünf Prozent. Bisher war der ETF-Anbieter von fünf bis zehn Prozent ausgegangen. In den ersten elf Monaten des Jahres sei die Branche nur um 3,5 Prozent gewachsen.

Vor allem in Europa hätten die Anbieter die Auswirkungen der Schuldenkrise und die Debatte um die Art der Replikation von ETFs zu spüren bekommen, erklärte Deutsche-Bank-Analyst Christos Costandinides. Die Mittelzuflüsse hätten sich bis November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 30,6 Milliarden Euro auf 17,6 Milliarden Euro fast halbiert. Während Europa 2010 weltweit noch die Region mit den höchsten Wachstumszahlen im ETF-Bereich gewesen sei, werde der Kontinent 2011 im Vergleich zu Asien und den USA wahrscheinlich das geringste Plus aufweisen.

In Asien wurde mit 18,5 Milliarden Dollar dagegen deutlich mehr in ETFs investiert als in den ersten elf Monaten des Vorjahres, als 10,7 Milliarden Dollar in diese Region flossen.

Auch im November konnte sich Asien vom Trend im Rest der Welt abkoppeln: Im Fernen und Mittleren Osten verzeichnete die ETF-Branche Mittelzuflüsse von 501 Millionen Dollar, während in Europa 1,3 Milliarden und in den USA sogar 2,8 Milliarden Dollar abgezogen wurden.

Die Schuldenkrise in Teilen der Euro-Zone hatte die Finanzmärkte in diesem Jahr kräftig durchgeschüttelt. Zudem äußerten Behörden Kritik vor allem an denjenigen ETFs, die die Wertentwicklung mit Hilfe von Swap-Derivategeschäften mit Banken nachvollziehen. Nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), des Internationale Währungsfonds (IWF) und des Finanzstabilitätsrats entsteht bei diesen Geschäften ein Kontrahentenrisiko, das vielen Anlegern nicht bewusst sei. Soll heißen: Fällt der Swap- beziehungsweise Wertpapierleihepartner aus, ist die Wertentwicklung des ETFs ungewiss.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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