Deutsche Flaggschiff-Aktienfonds Concentra und Investa haben enge Dax-Orientierung etwas gelockert
Adig Fondak überzeugt mit Value-Ansatz

Mit einem Plus von 15,45 Prozent belegt der Fondak unter den zehn größten Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland Rang eins, im Gesamtklassement unter 102 Angeboten noch Rang 15. Anfang Februar überschritt das Volumen erstmals die Grenze von einer Milliarde Euro.

HB HAMBURG. Für Heidrun Heutzenröder könnte es kaum besser laufen. Die Managerin des Adig Fondak profitiert noch immer von der Entscheidung ihres Arbeitgebers Cominvest, den Fonds ausgerechnet auf dem Top des New-Economy- Booms auf ein Substanzwerte-Konzept umzustellen. Der im Frühjahr 2000 vollzogene Wechsel rettete nicht nur die Langfrist-Bilanz des bereits 1950 aufgelegten Klassikers, sondern führte auch im jüngsten Zwölfmonats-Vergleich zu überzeugenden Ergebnissen. Mit einem Plus von 15,45 Prozent belegt der Fondak unter den zehn größten Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland Rang eins, im Gesamtklassement unter 102 Angeboten noch Rang 15. Kein Wunder, dass der Jubilar im 55. Jahr seines Bestehens verstärkt Zulauf bekommt. Anfang Februar überschritt das Volumen erstmals die Grenze von einer Milliarde Euro.

Zwei andere Klassiker dagegen schwächeln seit einiger Zeit. Mit einem eher mageren Zuwachs von weniger als neun Prozent seit April 2004 belegen der DWS Investa und der Concentra der Allianz-Tochter Dit nur hintere Plätze. Beide Fonds feiern im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

Für den im Dreijahres-Vergleich erkennbaren Rückstand auf den Fondak ist vor allem die relativ starke Fixierung auf den Dax verantwortlich. Der aus den 30 größten deutschen Titeln zusammengesetzte Index verlor seit April 2002 knapp 20 Prozent. Der Nebenwerte-Index MDax, der zahlreiche für Cominvest-Managerin Heutzenröder interessante Value-Titel enthält, legte im selben Zeitraum 30 Prozent zu.

Dafür, dass in den vergangenen zwölf Monaten auch der Wettlauf mit dem Dax verloren ging, macht Concentra-Manager Wilhelm Heinrichs unter anderem die Untergewichtung von Versorgern wie Eon verantwortlich: „Das hat weh getan.“ Demgegenüber habe die seit Anfang 2004 bestehende Möglichkeit, bis zu zehn Prozent des Portfolios in Euroland-Titel zu investieren, positiv gewirkt. Derzeit sind gleich neun europäische Unternehmen mit einem Anteil von acht Prozent im Depot vertreten. Hinzu kommen zehn deutsche nicht im Dax vertretene Titel wie Porsche.

Auch DWS-Manager Henning Gebhardt sucht seit einiger Zeit verstärkt Chancen außerhalb des Dax, derzeit mit 15 Prozent des Fondsvermögens. Dabei kämen jedoch nur sehr liquide MDax-Werte in Betracht sowie ausgewählte europäische Titel wie UBS, Telefonica oder Axa. Deren Aussichten auf eine deutlich bessere Entwicklung als in den vergangenen drei Jahren beurteilt Gebhardt positiv: „Der Bewertungsaufschlag auf die kleineren Titel ist jetzt vollständig abgebaut. Deshalb erscheint eine starke weitere Underperformance unwahrscheinlich.“

Das sieht mittlerweile auch Heutzenröder so. Sie steckte die ihr neu zufließenden Millionen in den vergangenen Monaten bevorzugt in Dax-Titel: „Im Vergleich zum MDax finden wir dort derzeit mehr Substanz zu günstigeren Preisen.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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