Deutsche Investmentfonds
Fonds forcieren Wachstum

Nach 50 Jahren marktbeherrschender Stellung richten sich die großen Vier der deutschen Fondsindustrie, Deka, DWS, Union und Dit, auf starkes Wachstum ein. So sieht Rüdiger Ginsberg, Vorsitzender des Vorstands der zum genossenschaftlichen Bankensektor gehörenden Union Investment, bei den Wertpapier-Publikumsfonds für Privatanleger ein „Verdopplungspotenzial auf Sicht von fünf Jahren“.

FRANKFURT. In diesem Bereich käme damit die magische Marke von einer Billion Euro in Reichweite. Derzeit verwaltet die Branche dort fast 500 Mrd. Euro. Ähnlich optimistisch wie Ginsberg äußerten sich die Chefs der anderen großen Fondshäuser bei einem Frankfurter Gespräch des Handelsblatts. Die Top-Vier verwalten für private und institutionelle Kunden insgesamt rund 600 Mrd. Euro. Das entspricht einem Anteil von 50 Prozent am 1 200 Mrd. Euro großen Gesamtmarkt.

Bei allem Optimismus machen die Vertreter der großen Häuser Herausforderungen aus. Es sind in erster Linie die Internationalisierung des Anlagegeschäftes und die dadurch verstärkte Konkurrenz durch internationale Investmenthäuser, auch der zunehmende Wettbewerb mit Nischenanbietern für spezielle Anlageklassen und -stile. Darüber hinaus werden sich die Gesellschaften mit innovativen Produkten, oft unter verstärktem Einsatz von Terminmarktinstrumenten, vom Markt abheben müssen.

Motor des Wachstums wird nach einhelliger Meinung das allmählich in Gang kommende Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten sein. Für Axel Benkner, Sprecher der DWS-Geschäftsführung, kehrt der Fonds als Anlageinstrument nach 50 Jahren „zu seinen Wurzeln zurück“. Im Nachkriegsdeutschland habe der erste Fonds dem Kleinsparer die Möglichkeit gegeben, an der Produktivität der enorm wachsenden Wirtschaft teilzunehmen – was in Zeiten, „als die VW-Aktie mehr kostete als ein Wolfsburger Auto, nicht einfach war“, sagt der Chef der Deutsche-Bank-Fondstochter.

Nachdem Ende der neunziger Jahre vor allem kurzfristig orientierte Anleger für die hohen Mittelzuflüsse verantwortlich gewesen seien, schließe sich jetzt der Kreis über die Notwendigkeit zur Altersvorsorge: Die breite Bevölkerung bekomme mit dem Fonds eine Möglichkeit, langfristig hochrentierlich anzulegen. „Für die Fondsindustrie ist die private und betriebliche Altersvorsorge der Mega-Trend der kommenden zehn bis 15 Jahre“, ergänzt Markus Rieß, Chef der Allianz-Tochter Dit.

Bisher haben deutsche Anleger mit 5 500 Euro pro Kopf nur knapp die Hälfte des europäischen Durchschnitts in Fonds investiert. Daher findet Thomas Neiße, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der zur Sparkassengruppe gehörenden Deka Investment: „Das Fondsvermögen pro Kopf in Deutschland ist im internationalen Vergleich immer noch viel zu gering.“ Zusätzliche private, aber auch betriebliche Altersvorsorge sei für die Sicherung des Lebensabends von enorm hoher Bedeutung. Hier wünscht sich die Fondsbranche Unterstützung der Politik. „Aufwendungen für die private Altersvorsorge sollten zu den wenigen Dingen gehören, die man von der Einkommensteuer absetzen kann“, sagt Neiße.

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