Deutsche Nebenwerte
Fondsmanager warten auf Kaufgelegenheiten

Geht es an der Börse bergab, leiden die Aktien kleinerer Unternehmen oft stärker als große Standardwerte – das hat sich auch in den vergangenen Wochen wieder gezeigt. Während etwa der Dax seit dem Ausbruch der amerikanischen Immobilienkrise in der Spitze nur knapp zehn Prozent an Wert verlor, tauchten MDax und SDax deutlich tiefer ab.

HAMBURG. „Die Liquidität spielt in derartigen Marktsituationen immer eine große Rolle“, sagt Manfred Piontke. Um bei eventuellen Anteilsrückgaben keine fundamental gesunden Firmen zu Ausverkaufspreisen abgeben zu müssen, hat der Berater des bei der DWS in Luxemburg aufgelegten FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid Cap die Barreserve frühzeitig auf bis zu sechs Prozent angehoben. Denn obwohl er mit dem Fonds im Zwölf-Monats-Vergleich von 16 auf deutsche Nebenwerte spezialisierten Aktienfonds (Tabelle) erneut nur einen der hinteren Plätze belegt, fühlt sich Piontke mit seiner 33 Titel umfassenden Mischung sehr wohl. „Wir kaufen nur Aktien, von denen wir nachhaltig überzeugt sind – auch wenn der Markt sie über längere Zeit vernachlässigt“, sagt er. Letzteres sei bei vielen mittlerweile sehr günstig bewerteten Technologiefirmen der Fall, deren Anteil am FPM-Fonds 45 Prozent ausmacht. Zu den größten Positionen gehören Software AG, SAF, Wirecard und Computer Links.

Trotz der noch immer großen Unsicherheit vieler Marktteilnehmer hält Piontke das Schlimmste für überstanden und kann sich für die Dax-Familie zum Jahresende sogar neue Höchstkurse vorstellen. „Die Situation ist vergleichbar mit dem Herbst 1998“, sagt er. Damals seien die Börsen trotz Russland-Krise und der Mega-Pleite des Hedge-Fonds LTCM sehr schnell in die Erfolgsspur zurückgekehrt.

Vorsichtiger ist Peter Conzatti. Der Manager des aktuellen Spitzenreiters Lupus alpha Smaller German Champions glaubt, dass die Auswirkungen der Immobilienkrise auf die Realwirtschaft erst in einigen Monaten zu erkennen sind. „So lange wird die Unsicherheit andauern“, ist Conzatti überzeugt – sieht darin aber auch die Chance auf interessante Einstiegspreise. „Im August haben wir beispielsweise bei einigen Immobilienaktien die Hand aufgehalten“, sagt er.

Seine gute Wertentwicklung verdankt der Lupus alpha Smaller German Champions unter anderem der relativ hohen Gewichtung von Industrietiteln wie Gildemeister oder Elring Klinger, denen die Krise bislang kaum etwas anhaben konnte. Conzatti: „Der deutsche Maschinenbau bleibt eine Wachstumsbranche.“ Das mit nur drei Prozent sehr niedrige Gewicht von Technologiewerten begründet er damit, dass es mit dem Lupus alpha Smaller Tec Champions einen eigenen Fonds für dieses Segment gebe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%