Die besten Aktienfonds
Große Deutschlandfonds bevorzugen zyklische Werte

Im Ranking der größten deutschen Aktienfonds setzte sich der DWS Aktien Strategie Deutschland an die Spitze. Die Nummer eins trotzte der Subprime-Krise, indem es Bankaktien bereits im Vorfeld untergewichtete. Nun gilt es, auf eine Beruhigung des Marktes zu warten.

HAMBURG. So schnell kann es gehen: Noch am 13. Juli knallten die Sektkorken an der Frankfurter Börse anlässlich des Allzeithochs des deutschen Leitindexes Dax, wenige Tage später sorgte die Krise der Mittelstandsbank IKB für einen Kurseinbruch auf breiter Front und entsprechende Katerstimmung.

Besonders arg erwischte es den Bankensektor - so gab beispielsweise die Deutsche-Bank-Aktie seit Bekanntwerden der IKB-Krise 14 Prozent nach. Auf die Wertentwicklung des DWS Aktien Strategie Deutschland dürfte sich dieser Kursrutsch jedoch nur in geringem Maße niederschlagen. Denn der Anteil der Bankaktien am Portfolio beträgt lediglich 4,4 Prozent, während sie im Dax mit knapp zehn Prozent gewichtet sind. "Mit dieser Untergewichtung haben wir uns auch schon vor Beginn der Subprime-Krise wohl gefühlt, da wir für zyklische Titel wie Industrie-, aber auch Technologiewerte deutlich mehr Potenzial sehen", erläutert DWS-Manager Henning Gebhardt, der mit seinem rund 1,6 Mrd. Euro schweren Fonds bis Ende Juli einen Zwölf-Monats-Wertzuwachs von 42,86 Prozent erwirtschaftete (s. Tabelle). Damit ließ er die neun verbleibenden Schwergewichte unter den bei Feri Rating & Research gelisteten Deutschlandfonds klar hinter sich und belegt auch im Gesamtvergleich dieser Kategorie einen respektablen fünften Platz.

Seit Anfang August fiel der Fonds in der Wertentwicklung allerdings deutlich hinter den Dax zurück und verlor 2,88 Prozent, während der Index um 2,2 Prozent zulegte (Stand 31. August). "Die derzeitige Schwäche resultiert vor allem aus dem Engagement von rund 40 Prozent in Nebenwerten, die in den vergangenen Wochen besonders stark nachgegeben hatten", kommentiert Gebhardt die jüngsten Verluste.

Eine ähnlich große Rolle spielen Aktien aus der zweiten Reihe traditionell auch beim Cominvest-Klassiker Fondak, der bis Ende Juli mit einem Plus von 35,42 Prozent das fünftbeste Ergebnis unter den Fonds-Schwergewichten erzielte. Dennoch konnte Fondsmanagerin Heidrun Heutzenröder die Verluste im August auf 0,14 Prozent begrenzen. Ähnlich wie Gebhardt sieht auch die Cominvest-Managerin derzeit das größte Potenzial in zyklischen Titeln, darunter exportorientierte Unternehmen, allerdings spielen Finanzaktien mit einem Anteil von 23 Prozent eine deutlich größere Rolle als beim DWS Aktien Strategie Deutschland.

Die weiteren Aussichten für den deutschen Aktienmarkt beurteilen Heutzenröder und Gebhardt zwar positiv, allerdings rechnet der DWS-Manager mit einer schnelleren Beruhigung des Marktes: "Die Nervosität dürfte sich spätestens bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen Anfang Oktober legen, da die Fundamentaldaten der Unternehmen nach wie vor gut sind", sagt Gebhardt. Heutzenröder hingegen rechnet noch bis in den Spätherbst hinein mit starken Preisschwankungen, sieht aber ebenfalls generell keine Anzeichen für einen dauerhaften Kursrückgang.

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