Die besten Aktienfonds
Manager von Globalfonds mögen Industriewerte

Auch unter den Investmentfonds gibt es "Antiquitäten": Einige wenige Exemplare wurden bereits vor dem Zweiten Weltkrieg aufgelegt - und haben noch immer Erfolg. Das aktuelle Ranking für internationale Aktienfonds zeigt, dass auch alte Besen gut kehren können.

HAMBURG. Fonds-Klassiker, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg existierten, gibt es hierzulande kaum. Der 1928 gegründete Pioneer Fund ist einer davon, der Robeco N.V. von 1933 ein anderer. Ebenfalls dabei: der Aktienfonds OBAM Equity World Classic von Fortis Investments, der eine Historie von immerhin 71 Jahren vorweist. Dieser Fonds wurde 1936 für französische Nonnen aufgelegt, die ihr Kapital aufgrund der Verstaatlichung ihrer Klöster in Frankreich in den Niederlanden in Sicherheit gebracht hatten.

Der seit 17 Jahren amtierende Fortis-Fondsmanager Rolf Stout ist mit seiner Strategie, einen Teil des Portfolios langfristig zu investieren und mit dem Rest eher kurzfristige Engagements in Nebenwerte einzugehen, in den vergangenen zwölf Monaten sehr erfolgreich gewesen: Mit einem Wertzuwachs von 48,08 Prozent belegt der OBAM Equity World Classic in der Kategorie "Aktien Welt" unter 383 Fonds den zweiten Rang (siehe Tabelle). "Das Ergebnis resultiert vor allem aus der guten Entwicklung unserer Engagements in den Bereichen Industrie und Rohstoffe", erläutert Stout, der in beiden Sektoren zusammen rund 40 Prozent des Portfolios hält.

Ähnlich hoch gewichten diese Titel auch die Manager der Schweizer Investmentboutique Strategic Investment Advisors Group (SIA). Der von ihnen betreute Long Term Investment Fund Classic belegt mit einem Plus von 56,58 Prozent erneut den Spitzenplatz. Innerhalb des Industriesektors setzten Fondsmanager Alex Rauchenstein und seine Kollegen Carlos Jarillo und Walter Scherk noch im Sommer dieses Jahres vor allem auf die Bereiche Schifffahrt und Werften. Beim Börsengang des Hamburger Hafenbetreibers HHLA vor einigen Tagen hat das Team allerdings nicht zugegriffen: "Die Aktie war schon vor dem Börsengang populär und damit für unsere Anlagestrategie zu teuer", sagt Rauchenstein. Dies gelte mittlerweile auch für viele andere Aktien aus diesem Segment. "Wir haben die Gewichtung daher von 25 auf mittlerweile 13 Prozent reduziert", fügt er hinzu. Das SIA-Trio investiert ausschließlich in deutlich unterbewertete Aktien und verfolgt einen langfristigen Ansatz.

Mit durchschnittlich zwei Jahren liegt die Haltedauer der Aktien im Portfolio entsprechend hoch. Die jeweilige Marktentwicklung spielt dabei eine untergeordnete Rolle. "Wenn wir vom Aufwertungspotenzial einer Aktie überzeugt sind, halten wir an ihr auch bei auftretenden Marktverwerfungen fest", betont Rauchenstein. Derartige Situationen nutzt das Team vielmehr, um gezielt unterbewertete Titel zu kaufen. So hat das SIA-Team die jüngste Kreditkrise genutzt, um bei ausgewählten Finanzwerten zuzukaufen.

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