Die besten Investmentfonds
Charttechnik lässt Fondsmanager im Stich

Die aktuelle Situation der deutschen Aktienmärkte stellt auch Profis vor Herausforderungen. So kann die von Fondsmanagern genutzte Charttechnik keine eindeutigen Anhaltspunkte mehr geben, in welche Richtung die Entwicklungen gehen. Dies äußert sich auch in der August-Bilanz der deutschen Aktienfonds für Standardwerte.

HAMBURG. Heinrich Morgen ist alles andere als zufrieden mit der Großwetterlage am deutschen Aktienmarkt. "Bereits seit rund zwei Monaten liefert die von uns eingesetzte Charttechnik keine eindeutigen Signale für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen", begründet der Berater des Morgen-Portfolio-Universal seinen Unmut. Entsprechend bescheiden fiel die August-Bilanz des Fonds aus, der um 2,05 Prozent ins Minus rutschte, während der Vergleichsindex MSCI Germany um 0,58 Prozent zulegte.

"In Konsolidierungsphasen, wie wir sie derzeit sehen, entwickelt sich der Fonds meist unterdurchschnittlich", erläutert Morgen und verweist auf das Problem der Zeitverzögerung bei der Charttechnik: "Fehlt ein klarer Aufwärtstrend, können wir nicht einsteigen, da die eindeutigen Signale fehlen, umgekehrt können wir häufig nicht zu Höchstkursen verkaufen, wenn noch kein eindeutiges Verkaufssignal erkennbar ist." Auf Sicht von zwölf Monaten war der Oberurseler Vermögensverwalter mit der Chartanalyse dagegen sehr erfolgreich: So erzielte sein Fonds mit einem Plus von 35,49 Prozent das drittbeste Ergebnis unter den 78 bei Feri Rating & Research gelisteten Deutschlandfonds (Tabelle).

"Vor allem die im Fonds mit rund 25 Prozent gewichteten Maschinenbauer wie Gildemeister, Jungheinrich und Krones liefen sehr gut, aber auch der Bereich Alternative Energien mit Titeln wie Solarworld und Nordex", sagt Morgen. Die aktuelle Marktlage beurteilt er vorsichtig: "Wir haben die Kassequote seit vergangenen Donnerstag auf rund 20 Prozent heraufgefahren, da wir derzeit noch kein klares Kaufumfeld sehen." Die Turbulenzen im Bankensektor hat er eher gelassen verfolgt: "Wir waren bereits seit Monaten mit vergleichsweise geringen sieben Prozent des Fondsvermögens im Finanzsektor investiert, da die Signale bereits im Mai abwärts zeigten." Aktuell hält er nur die beiden Finanztitel Commerzbank und Allianz im Portfolio.

Susan Levermann hat das Engagement des DWS Zürich Invest Aktien Deutschland in diesem Sektor dagegen in den vergangenen Wochen antizyklisch auf 22 Prozent aufgestockt. Auch sonst fährt die DWS-Managerin beim derzeitigen Zwölf-Monats-Spitzenreiter eine komplett andere Krisenstrategie als Morgen: So hält sie die Kassequote mit rund sechs Prozent deutlich niedriger und setzt auch hinsichtlich der Branchengewichtung andere Akzente, darunter im Automobilsektor. Diesen gewichtet sie mit 14,4 Prozent, während VW, Daimler & Co. im Morgen-Portfolio-Universal nahezu komplett außen vor bleiben. Auch die Titelauswahl erfolgt nach anderen Kriterien: Im Gegensatz zu Morgen setzt Levermann ausschließlich auf Fundamentaldaten statt auf Charts.

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