Die Fonds-Absatzrenner
Gute Storys ziehen Geld an

Die großen Fondshäuser erzielen maßgebliche Teile ihres Neugeschäfts mit Produkten, die sie in der jüngeren Vergangenheit aufgelegt haben.

FRANKFURT. „Bei den jungen Fonds registrieren wir gleichzeitig eine Tendenz zu speziellen Portfolioausrichtungen“, sagt Albert Reiter, Geschäftsführer der Wiener Analysefirma E-Fundresearch.com. Die Konzentration des Absatzes auf junge und spezialisierte Portfolios gilt zwar als Bereicherung des Angebotes. „Dennoch muss man vor Übertreibungen warnen, es darf in den Kundenportfolios nicht zur Übergewichtung stark spezialisierter Anlagethemen kommen“, sagt Rüdiger Sälzle, Vorstand von Fondsconsult in München.

Ein Blick auf die Absatzstatistik des laufenden und vergangenen Jahres bestätigt die Erkenntnisse der Experten. Unter den zehn am besten verkauften Aktienfonds in beiden Jahren sind jeweils acht jüngeren Datums (siehe „Die Absatzrenner in Deutschland“). Das Deutsche-Bank-Fondshaus DWS spielt aus Anbietersicht die Hauptrolle. Sie stellt insgesamt sieben der 20 absatzstärksten Fonds – mit Auflagedaten ab 2002.

Unter den DWS-Produkten sind insbesondere Portfolios für dividendenstarke Werte, für die vier großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China („Bric“) sowie für Russland und Rohstoffe. DWS-Geschäftsführer Jochen Wiesbach sagt dazu: „Fonds sind mehr als nur Langzeit-Ansparprodukte, wir brauchen zusätzlich exotischere Angebote.“ Nach Ansicht der Beobachter sind derartige Produkte als Depotergänzung geeignet.

„Nur dürfen diese Beimischungen nicht zu Basisinvestments werden“, warnt Reiter von E-Fundresearch. Er sieht die Grenze überschritten, „wenn das Kundenportfolio zur reinen Ansammlung von Marketingideen mutiert.“

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