Die größten deutschen Aktienfonds
Fondsmanager verpassen Schering-Rally

Frankfurt-Trust-Manager Stephan Thomas verließ das Glück in den vergangenen zwölf Monaten gleich mehrmals. Und so kam es, dass sein Frankfurt-Effekten-Fonds nicht nur dem Index, sondern auch den meisten anderen deutschen Aktienfonds hinterherhinkte.

HAMBURG. An den 10. März 2006 denkt Stephan Thomas, Manager des FT Frankfurt-Effekten-Fonds, nicht gern zurück. An diesem Tag erklärte der Darmstädter Pharma-Konzern Merck, den Berliner Konkurrenten Schering übernehmen zu wollen. Als anschließend auch Bayer Interesse anmeldete und die folgende Übernahmeschlacht für sich entschied, kletterte der Schering-Kurs innerhalb weniger Wochen von 60 auf über 90 Euro. Pech für Thomas: Er hatte die Aktie kurz vor Bekanntwerden des Mega-Deals reduziert.

„Neben der Untergewichtung von Thyssen-Krupp und der Deutschen Börse macht das im Zwölf-Monats-Vergleich den Rückstand auf den Dax aus“, ärgert sich der Frankfurt-Trust-Manager noch heute. Tatsächlich hinkt der FT Frankfurt-Effekten-Fonds über den genannten Zeitraum nicht nur dem Index, sondern auch den meisten anderen deutschen Aktienfonds hinterher: Mit einem Wertzuwachs von über 15 Prozent erzielte er unter den zehn größten Fonds seiner Kategorie das drittschlechteste Ergebnis, insgesamt belegt er unter 95 Angeboten Rang 76.

Das Missgeschick trifft Deutschlands neuntgrößte Investmentgesellschaft zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn auch in den vorangegangenen Jahren entwickelte sich der FT Frankfurt-Effekten-Fonds eher unterdurchschnittlich. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Viele Anleger, die den 1974 aufgelegten Klassiker im Rahmen einer Fondspolice nutzen, haben inzwischen das Ende der steuerlichen Bindungsfrist erreicht. Die Folge: Allein 2006 musste Frankfurt Trust netto Anteile im Wert von 158 Mill. Euro zurücknehmen.

Um in den Ranglisten wieder weiter nach vorne zu kommen, will Thomas sein Portfolio 2007 etwas stärker konzentrieren. „Statt bis zu 60 sollen künftig nur 40 bis 50 Werte enthalten sein“, kündigt er an. Als Beimischung spielen dabei auch vereinzelt Euroland-Titel wie der französische Wasserversorger Veolia eine Rolle. Generell zählt Thomas die deutsche Börse allerdings in Europa nach wie vor zu den aussichtsreichsten Märkten. „Trotz der jüngsten Rückschläge kann der Dax im Jahresverlauf durchaus die Marke von 8 000 Punkten knacken“, sagt er.

Auch Andreas Schröter sieht derzeit keinen Grund, seinen positiven Ausblick zu revidieren. Der Manager des Allianz-Dit Vermögensbildung Deutschland hält die Konsolidierung der vergangenen Tage für eine „gesunde Reaktion“ auf die vorangegangenen Kursgewinne. Obwohl er die Schering-Aktie gar nicht im Portfolio hatte, schlug sich Schröters Fonds in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Zuwachs von 22,28 Prozent deutlich besser als der Index.

Für den Allianz-Manager ist das eine Folge des sorgfältigen Auswahlprozesses: „Wir konzentrieren uns auf unterbewertete Firmen, die einen möglichst hohen freien Cash-Flow generieren“, erläutert er und nennt als Beispiele VW, Daimler-Chrysler und Continental.

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