Die meisten der 30 größten Gesellschaften erwarten in den USA Enttäuschungen
Internationale Fonds setzen auf Europa

Europäische Aktien werden bald einen Vorsprung vor den US-Börsen haben. In diesem Punkt sind sich Aktienmanager der weltgrößten Fondsgesellschaften einig. Durch den momentanen Pessimismus gegenüber der europäischen Konjunktur finden sich in Europa derzeit gute Kuafgelegenheiten.

HB DÜSSELDORF. Europäische Aktien hängen die US-Börsen künftig ab. Davon sind Aktienmanager der weltgrößten Fondsgesellschaften überzeugt. Ein Blick auf die Zusammensetzung der 30 größten Milliarden- Depots zeigt, dass Aktien aus den USA stark unterrepräsentiert sind. Hingegen liegen Europa und die Boomregion Asien vorn.

Im MSCI World, dem wichtigsten Leitindex der internationalen Börsen, haben die USA ein Gewicht von 52 Prozent, Europa erreicht 27 Prozent (siehe Grafik). Die führenden Fondsmanager jedoch haben Europa durchschnittlich mit 42,6 Prozent gewichtet, wie Berechnungen des Handelsblatts auf Basis der Angaben der Fondsgesellschaften und des Analysehauses Morningstar ergaben. Die Europa-Lastigkeit reicht bis zu 75 Prozent, wie beim britischen Mellon-Fonds, der zu sieben Prozent in den USA investiert ist.

Im vergangenen Monat sank das Gewicht von US-Aktien auf den niedrigsten Stand seit 2002, ermittelte Merrill Lynch nach der Befragung von knapp 300 Fondsmanagern. „Die Erwartungen bezüglich des US- Wachstums sind zu hoch gegriffen. Volkswirte haben ein zu optimistisches Bild gezeichnet“, begründet Klaus Kaldemorgen von der Deutsche-Bank-Tochter DWS die Abneigung gegenüber amerikanischen Aktien. Kaldemorgen verwaltet mit dem Vermögensbildungsfonds I knapp sieben Mrd. Euro. Während in den USA Ernüchterung einkehre, gehe es Europa umgekehrt: niedrigen Erwartungen stünden große Chancen und die erfolgreiche Umsetzung wichtiger Reformen gegenüber, die zu mehr Wachstum beitrügen. „Viele europäische Aktien sind jetzt ein gutes Investment, weil der Pessimismus infolge des hohen Ölpreises und schlechter Wirtschaftserwartungen zu Kursrückgängen geführt hat und Aktien nicht besonders teuer sind“, sagt Kaldemorgen.

Er empfiehlt, den Blick auf Aktien „langweiliger Unternehmen“ zu richten, mit denen sich künftig jährlich acht oder neun Prozent Rendite verdienen lassen. Elektrizitäts-, Maschinenbau-, Infrastruktur- und Chemie- Aktien seien in Europa attraktiver als in den USA. Mit Werten wie BP und Royal Dutch oder BASF und Siemens könnten Investoren wenig falsch machen. Die Firmen wachsen solide und bieten eine stetige Dividende, die oft über der Rendite erstklassiger Staatsanleihen liegt.

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