Die nächsten Opfer der Krise
Hedge-Fonds in neuen Nöten

Einst wurden die Hedge-Fonds-Manager als "Superhirne" gefeiert, nun müssen sich einige von ihnen nach einem neuen Job umsehen. Die Finanzkrise hat die Branche besonders hart getroffen: Experten befürchten, dass die Fonds in diesem Jahr ein Viertel ihres Kapitals verlieren werden.

FRANKFURT. Die Situation zahlreicher Hedge-Fonds wird zunehmend kritisch. Ihre Anteilseigner - institutionelle Anleger und reiche Privatpersonen - ziehen im wachsenden Umfang Anteile ab. Selbst einige der in der Vergangenheit als "Superhirne" gefeierten Manager sind voll in den Sumpf der Finanzkrise geraten. Die Fonds, die unterschiedliche Strategien an den Kapitalmärkten verfolgen, haben nach Berichten der Fachorganisation Hedge Fund Research (HFR) in diesem Jahr durchschnittlich 17,6 Prozent an Wert eingebüßt. Im Vergleich zu den stärker gefallenen Aktienindizes schneiden viele damit zwar noch besser ab, doch haben die meisten der bislang als kreativ und visionär geltenden Manager dieser Geldpools deutlich an Reputation verloren.

Den selbst erhobenen Anspruch, in steigenden und fallenden Märkten positive Anlageresultate erzielen zu können, "hat die Branche in ihrer Gesamtheit nicht erfüllt", sagt Christophe Bernard vom Schweizer Asset Manager Union Bancaire Privée. Zu den enttäuschenden Zahlen passt die düstere Prognose des Vorstandschefs der Investmentbank Morgan Stanley, John Mack, der glaubt, dass im Zuge der globalen Finanzkrise bis zu 30 Prozent der rund 10 000 Hedge-Fonds-Anbieter vom Markt verschwinden werden.

Allerdings gibt es innerhalb des breiten Strategien-Spektrums auch Gewinner. Dies betrifft vor allem jene, die keine direktionalen Strategien umsetzen, also nicht auf eine bestimmte Kursrichtung setzen. Hierzu zählen Hedge-Fonds, die mit der Strategie Long/Short-Equity mehr oder weniger neutral im Markt positioniert sind. Dabei werden als unterbewertet geltende Aktien gekauft und als überwertet geltende Aktien gleichzeitig verkauft. Der entsprechende HFRX-Subindex weist für das laufende Jahr ein Plus von 0,8 Prozent auf.

Massive Verluste weisen dagegen jene Hedge-Fonds auf, die auf eine positive Wertentwicklung im Kreditbereich spekuliert hatten oder aber sich als Aktivisten größere Aktienpositionen in Aktien von Unternehmen aufgebaut haben. Dies gilt unter anderem für die auf Veränderungen im Management der Deutsche Börse drängenden Hedge-Fonds TCI und Atticus, die in diesem Jahr massive Verluste erlitten haben.

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