Die Produzenten von Kupfer, Nickel und Aluminium sind gefragt
Fondsmanager werfen Ölaktien aus ihren Portfolios

Die Frage, ob sich die Konjunktur in den USA und Europa erholt oder nicht, ist für die Manager von Rohstofffonds derzeit kein großes Thema. Sie blicken auf den chinesischen Markt, und der boomt unverändert. „China importiert 20 % des globalen Bedarfs an Nichtedelmetallen“, sagt Nordinvest-Fondsmanager Ulf Moritzen.

HB/vwd FRANKFURT/M. Angesichts des hohen Wirtschaftswachstums im Reich der Mitte geht er von einem steigenden Bedarf an Kupfer, Nickel und Aluminium aus. Auch Evy Hambro von Merrill Lynch Investment Managers gibt sich optimistisch: Allein wegen der hohen Infrastrukturausgaben in China sei in den kommenden Jahren mit einem steigenden Rohstoffbedarf zu rechnen. „Das Wirtschaftswachstum im China schlägt sich deshalb viel stärker im Konsum von Rohstoffen nieder als in Europa und Amerika.“

Beide Fondsmanager profitieren derzeit von den freundlichen Kursen der Edel- und Nichtedelmetalle. Während auf Energietitel setzende Produkte überwiegend Kursverluste einfuhren, profitierten der „MLIIF World Mining Fund A2“ und der „Nord-Rohstoff“ vom Schwerpunkt auf Minenbetreiber. Der Merrill-Fonds investiert sogar überhaupt nicht in Ölaktien, was sich auch in einem Plus von über 13 % in den vergangenen zwölf Monaten niedergeschlagen hat. In den vergangenen drei Jahren legte der von Hambro verantwortete Fonds mit der selben Steigerungsrate zu.

Der Nordinvest-Fonds verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten Zuwächse von etwas über 1,5 %. Der durchschnittliche Rohstofffonds machte im selben Zeitraum ein Minus von 6,9 %.

Wegen guter konjunkturellen Perspektiven lohnten sich derzeit vor allem Investitionen in Unternehmen, die sich auf die Gewinnung einzelner Rohstoffe konzentrierten, da bei diesen sich die Preissteigerungen viel unmittelbarer auswirkten als bei Konglomeraten, sagt Hambro. Als Beispiele nennt er die nordamerikanischen Kupferproduzenten Amerigo Resources und Freeport- McMoRan, die Nickelminenbetreiber Falconbridge und Norilsk Nickel sowie den Aluminiumhersteller Chalco aus China. Insgesamt machen Hambro zufolge diese „Pure Plays“ rund 75 % des Fondsvolumens aus. Allerdings sei die geringe Liquidität vieler Titel ein Hindernis, weshalb er das Geld breit streue. Aus diesem Grund seien die Schwergewichte im Fonds fast ausschließlich liquidere diversifizierte Minenkonzerne, wie beispielsweise BHP Billiton (Fondsanteil: 7,6 %), Anglo American (6,5 %) und Rio Tinto (6,1 %). Auch im Nordinvest- Fonds sind diese drei Titel mit insgesamt über 18 % die am höchsten gewichteten Aktien. Fondsmanager Moritzen führt dies auf deren hohen Anteil im Vergleichsindex zurück, den er im Auge habe. Wie Hambro bevorzugt auch er derzeit konzentrierte Geschäftsmodelle und gewichtet Titel wie den Alu-Hersteller Alcan, Phelps Dodge (Kupfer) und Info (Nickel) über. Anders als Hambro investiere er jedoch auch in Ölaktien, die sich allerdings trotz des hohen Rohölpreises nicht so gut entwickelt hätten. In den vergangenen Wochen habe er den Anteil zugunsten von Edelmetallen auf etwa 28 % zurückgefahren.

Einig sind sich die Experten hinsichtlich der Perspektiven für Gold. Für Hambro ist das Edelmetall allein wegen der sinkenden Produktion aussichtsreich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%