Die Zahl der Fonds auf der Beobachtungsliste wächst
Managerwechsel stellen Fonds-Ratings in Frage

Jetzt stehen beim Fondsanalysehaus Feri Trust schon Ratings von sechs Investmentfonds allein wegen des Wechsels des Fondsmanagers auf dem Prüfstand. Die Beobachtungsliste weist jetzt doppelt so viele Produkte aus wie noch im Vormonat.

ina FRANKFURT/M. Ob die Bewertungen bei den mit „MW“ gekennzeichneten Fonds tatsächlich geändert werden müssen, weil ein neuer Steuermann auf der Kommandobrücke steht, ist noch nicht sicher – aber zumindest denkbar.

Ein Beispiel ist der deutsche Aktienfonds Baring German Growth Trust des britischen Anbieters Baring. Im Juli ging mit Jan Mantel der Leiter des pan-europäischen Aktienteams und Manager dieses Fonds. Die Fondsbetreuung liegt jetzt in Händen von Sascha Hirsch. „Der Anleger sollte in solchen Fällen stärker auf mögliche Veränderungen der Performance achten als unter normalen Umständen“, rät Peter Ivanfy von Feri. Er warnt aber vor überstürzten Reaktionen: „Nicht hektisch verkaufen.“ Wenn ein Manager geht, ist dies nach Ansicht des Analysten lediglich ein Aufruf zu erhöhter Aufmerksamkeit, „denn es ist schwer zu sagen, ob das Rating sich letztendlich überhaupt verändert, nach oben oder unten genommen werden muss“.

Die abgedruckte Beobachtungsliste ist eine Art Frühwarnsystem für mögliche zukünftige Bewertungsveränderungen. Das Handelsblatt veröffentlicht diese Liste monatlich und exklusiv. Die Gründe für mögliche Veränderungen der Bewertung werden zusätzlich genannt: Verbesserungen oder Verschlechterungen bei der Performance bzw. beim Risiko sind in der Kommentarspalte durch die Kürzel „P+“, „P-“ bzw. „R+“ oder „R-“ gekennzeichnet. An möglichen Bewertungsänderungen können beispielsweise auch Managerwechsel („MW“ wie im Baring-Beispiel) oder Strategieänderungen („S“) einen Anteil haben.

Ein zweiter exklusiver Leserservice ist die Übersicht über Fonds mit markanten Rating-Veränderungen. Die Liste unten links bietet eine Aufzählung aller Produkte, bei denen sich die Bewertung im aktuellen Zwölfmonatsrückblick (Juni 2002 bis Juni 2003) um mindestens zwei Klassen verändert hat.

Die Bewertungen bieten Investoren eine Orientierungshilfe bei der Produktwahl innerhalb der gleichen Anlagegruppe; Ratings von Fonds aus unterschiedlichen Anlagegruppen sind nicht vergleichbar. Per Saldo gibt das Rating Aufschluss darüber, inwieweit der Fonds für einen mittelfristigen Zeitraum eine stabile überdurchschnittliche Wertentwicklung bei relativ niedrigem Risiko aufweist.

Zur Notengebung: Die Feri-Strategen bilden in den wichtigsten Fondsgruppen fünf Qualitätsstufen auf einer Skala von „(A)“ für sehr gut bis „(E)“ für schwach. Die Gesamtnote wird zu 70 % durch die Ergebnisse der Performanceanalyse bestimmt, zu 30 % durch die Resultate der Risikoprüfung. Bei den Performanceaspekten zählt zum einen die Wertentwicklung im Verhältnis zum Vergleichsindex und zu anderen Fonds mit ähnlicher Ausrichtung. Zum anderen fließen die Stabilität der Wertentwicklung sowie das Fondsverhalten in Auf- und Abschwungphasen an der Börse mit in die Bewertung ein.

Für ein Rating kommen nur Produkte in Frage, die fünf Jahre oder länger existieren. Noten werden nur vergeben, wenn es mindestens 20 Konkurrenzfonds gibt. Zudem sind bestimmte Fondsgruppen von der Bewertung grundsätzlich ausgeschlossen. Das gilt insbesondere für Geldmarkt- und Immobilienprodukte, bei denen eine vergleichende Bewertung dank ihrer durchweg stetigen Performance wenig aussagekräftig wäre.

Quelle: Handelsblatt

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