Direktinvestitionen in Risikolebensversicherungen locken mit hohen Renditen
Unabhängige Ärzte sind wichtig beim Kauf von US-Zweitmarktpolicen

Todesfallversicherungen, so genannte Settlements, aus den USA sind eine sehr interessante alternative Assetklasse. Das gilt aber nur, wenn bei einer Investition Sachverstand waltet und Policen nicht mit unzureichenden Methoden ausgewählt oder gar Erfordernisse der Investitionssicherheit außer Acht gelassen werden. In Deutschland gibt es eine Reihe Anbieter von geschlossenen Fonds, die in solche Versicherungen investieren.

HB DÜSSELDORF. Für Anleger, die dagegen ein Direktinvestment erwägen, sollen im folgenden einige gefährliche Klippen aufgezeigt werden – und wie man sie umschifft.

Der Zweitmarkt für Versicherungen auf den Todesfall ist in den USA Anfang der neunziger Jahre entstanden. Die ersten Verkäufer traten die Rechte an ihrer Police direkt an einen Käufer ab. Dieser zahlt die Prämien an die Versicherung und kassiert im Todesfall des Versicherten die Versicherungssumme. Bis heute konnten Fonds die Einzelkäufer nicht verdrängen. Der wichtigste Grund dafür liegt auf der Hand: Ein Direktinvestor ist gerade nicht an der Risikostreuung mithilfe eines Fonds interessiert, sondern setzt auf einen „Lotterieeffekt“. Fonds mischen Policen zu einem Portfolio und erzielen damit eine Durchschnittsverzinsung. Der Direktinvestor hofft aber darauf, zufällig eine Police zu erwerben, die weit vor dem prognostizierten Zeitpunkt fällig wird – mit hoher Rendite.

Damit die mögliche „Enttäuschung“ nicht zu groß wird, schließen derzeit in den deutschsprachigen Ländern schätzungsweise rund 85 % der direkten Erwerber von US-Zweitmarktpolicen eine Garantieversicherung ab. Denn wer das Risiko einer niedrigen Rendite aufgrund eines späten Rückflusses der Versicherungssumme vermeiden und sich zudem liquiditätsmäßig nicht ungeplant lange binden will, bekommt so die Auszahlung der Todesfallleistung zu einem beim Kauf bekannten Zeitpunkt garantiert. So lassen sich je nach Laufzeit Renditen zwischen 4,5 und knapp 7 % erzielen. Die Leistungen aus einer Rückversicherung oder Garantieversicherung sind nach derzeitiger Ansicht von Experten steuerfrei, ebenso wie die direkte Auszahlung der Versicherungssumme im Todesfall des Versicherten.

Wie erwirbt man eine Police? Es gibt bereits eine Reihe von Anbietern mit deutschsprachigen Kaufaufträgen. Deren Antragsformulare geben den gewünschten Investitionsbetrag und die erwartete Fälligkeit an. Die Settlement Company besorgt dann einen Anteil an einer Police mit eben dieser Laufzeit.

Kurzläufer sind in der Regel etwas weniger renditestark als langlaufende Verträge. Zudem sind sie nur bei den besten Settlement Companies überhaupt zu bekommen. Gute Settlement Companies lassen die Lebenserwartung der Versicherten außerhalb ihres Hauses von unabhängigen Ärzten und Aktuaren ermitteln, die wiederum von Garantieversicherern akzeptiert sind. Sie bewerten so, dass im Mittel 85 % der Policen vor dem Zeitpunkt fällig werden sollten, der der Wertermittlung zu Grunde gelegt wird. Tatsächlich finden sich im Markt aber auch Bewertungsinstitute, bei denen die Policen nur in 60 bis 80 % der Fälle bis spätestens 3 Monate nach der geschätzten Lebenserwartung fällig werden. Für manche Bewertungsinstitute liegen überhaupt keine Statistiken vor.

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