Discount-Strategie wird zum Vertriebsschlager
Fondsmanager entdecken Zertifikate

Die Fondsbranche entdeckt zunehmend die Vorzüge des Konkurrenzprodukts Zertifikat. Anlegern, die von der Strategie der Discountzertifikate profitieren und trotzdem nicht auf die Vorzüge eines Fonds verzichten wollen, bieten drei Fondsgesellschaften inzwischen entsprechende Produkte an.

DÜSSELDORF. Das neueste Angebot ist der Europa Discount Fonds der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Der Fonds ging am Montag an den Markt und investiert überwiegend in Discountzertifikate auf europäische Aktien. Solche Zertifikate bilden den Kauf einer Aktie und den gleichzeitigen Verkauf einer Option auf dieses Papier ab. Rendite erzielt der Käufer im besten Fall aus beiden Geschäften. Die Strategie bietet Vorteile bei leicht steigenden Märkten oder bei seitwärts laufenden Kursen. Durch den Optionsverkauf erzielt die Bank Einnahmen, die sie in Form eines „Rabatts“ an die Käufer weitergibt. Der Discounter kostet daher weniger als die Aktie, auf die er sich bezieht, schüttet bei Fälligkeit des Zertifikats aber nur bis zu einer bestimmten Schwelle (Cap) den Gegenwert der Aktie aus. Das Chance-Risiko-Profil einer solchen Anlage liegt zwischen dem von Anleihen und Aktien.

Am Zertifikatemarkt sind die Papiere fest etabliert. Eine Studie im Auftrag großer Emittenten kommt sogar zu dem Schluss, die Papiere seien eine eigene Anlageklasse. Die Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt legte schon vor drei Jahren einen Fonds auf, der in die Discounter investiert. Trinkaus rühmt sich, diese Zertifikate vor zehn Jahren erfunden zu haben. Fondsmanager Harald Edele verwaltet inzwischen gut 300 Mill. Euro in Discountern.

Der Nachteil der Zertifikate-fonds sind die vergleichsweise üppigen Kosten. Denn bei Fonds auf Zertifikate fallen in der Regel doppelt Gebühren an: Für das Fondsmanagement und die Strukturierung der Produkte durch den Emittenten der Zertifikate.

Die doppelten Kosten umgeht die Fondsgesellschaft Dit der Allianz. Der High Dividend Discount Fonds kauft nur wenige strukturierte Produkte, sondern baut die Strategie der Discounter meist selbst nach. Statt Fertigprodukten kauft Fondsmanager Henrik Büscher Aktien und verkauft Optionen auf diese Aktien. Damit bildet er die Strategie eines Discounters nach – ohne dass er einen Emittenten dafür bezahlen muss. „Wir können damit selbst die Parameter vorgeben und haben kein Kontrahentenrisiko“, sagt Büscher. Ob der Dit die Kostenersparnis an seine Kunden weitergibt, lässt sich bisher noch nicht sagen. Den Fonds gibt es erst seit rund neun Monaten, 621 Mill. Euro hat er bereits eingesammelt. Die Performance lag in dieser Zeit bei rund elf Prozent.

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