Diskussionspapier fordert Mindestmaß an Informationen für Bondinvestoren
Fondsverband bringt Initiative für bessere Anleihe-Standards voran

Die Initiativen von institutionellen Investoren, die sich für mehr Rechte von Anleihekäufern einsetzen, machen Fortschritte. Der BVI Bundesverband Investment und Asset Management hat eine Art Checkliste zusammengestellt, die von den Unternehmen, die Anleihen platzieren, ein Mindestmaß an Informationen fordert.

cü FRANKFURT/M. Die Unternehmen sollen zum Beispiel die wichtigsten Ansprechpartner nennen, die Prospekte aller ausstehenden Bonds, inklusive Privatplatzierungen, zur Verfügung stellen und sagen, was sie mit den Emissionen refinanzieren wollen. Außerdem sollen neue Bonds nicht zwei Wochen vor bzw. zwei Tage nach Quartalszahlen oder Jahresabschlüsplatziert werden.

„Bessere und zeitnahe Informationen der Unternehmen sind unser erstes Ziel“, sagt Rudolf Siebel, Geschäftsführer des BVI. „Außerdem streben wir eine bessere Absicherung durch Anleger gerechte Anleihebedingungen an. Dabei ist aber eine längere Diskussion zu erwarten, bevor ein Erfolg sichtbar wird.“ Insgesamt sei es dem BVI wichtig, die Ziele gemeinsam zu erreichen, meint Siebel. „Wir wollen keine Konfrontation, sondern eine Zusammenarbeit mit Unternehmen und Investmentbanken, denn mit einem funktionierenden Markt für Unternehmensanleihen haben wir schließlich ein gemeinsames Ziel.“

Die Forderungen hat der BVI bereits mit einigen deutschen Unternehmen und internationalen Investmentbanken, die Anleihen als Konsortialführer an den Markt bringen, besprochen. „Dabei zeigten sich gerade die Unternehmen gesprächsbereit“, sagt Peter Walburg, Leiter des globalen Fixed-Income-Research bei der Fondsgesellschaft DWS. Die DWS koordiniert mit Deka Investment die Aktivitäten des BVI in Sachen Bondstandards. Die Diskussionspunkte sollen nach dem Ende der Sommerferien weiter mit europäischen Investoren und Unternehmensverbänden diskutiert werden.

Ihren Anfang nahmen die Rufe nach mehr Rechten für Bondinvestoren im vergangenen Herbst. Damals hatten 26 Vermögensverwalter einen entsprechenden Aufruf gestartet. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu dieser Initiative, sondern als Kooperationspartner“, betont Walburg. Anfang Juli gab es einen Vorstoß in die selbe Richtung vom britischen Versichererverband ABI, mit dem der BVI zum Thema Bondstandards ebenfalls in engem Kontakt steht. Außerdem prüft der europäische Fondsverband Fefsi die Einrichtung einer Diskussionplattform, die der BVI und andere Verbände unterstützen.

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