Dividenden locken
Deutsche stecken wieder Milliarden in Aktienfonds

Private und institutionelle Investoren stecken so viel Geld in Aktienfonds wie zuletzt im April 2006. Hohe Dividenden sind ein Kaufargument. Und auch die Anbieter blicken optimistisch in das kommende Jahr.
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FRANKFURT. Anleger stecken so viel Geld wie lange nicht mehr in Aktienfonds. Im Oktober erwarben sie für netto 16,9 Milliarden Euro in Europa aufgelegte Aktienfonds. Höher war der Kaufdrang zuletzt im April 2006. Das errechnete das Analysehaus Lipper FMI in London. "Die guten Zahlen werden in den kommenden Monaten anhalten, dürften allerdings nicht mehr so hoch ausfallen", sagt Ed Moisson, Analyst bei der Londoner Researchfirma.

Die Anbieter blicken ebenfalls optimistisch nach vorne - etwa der US-Verwalter Blackrock, der die Verkaufs-Hitliste für Oktober anführt. Deutschland-Geschäftsführer Andrej Brodnik sagt: "Auch im November und Dezember haben wir im eigenen Haus gute Absatzzahlen." Ähnlich beschreibt ein Vertreter der DWS, der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, die Lage. Und Christian Wrede, Geschäftsführer der Anlagefirma Fidelity in Deutschland, stellt fest: "Die Anleger gehen wieder mehr ins Risiko, sowohl die privaten als auch die institutionellen Investoren."

Alternativen weniger attraktiv

Fachleuten erscheint die Nachfrage nach Aktien logisch. "Es gibt kaum Alternativen, denn die kurzfristigen Zinsen sind tief und daher für viele Anleger keine Option", sagt Brodnik. Festgeld bringt nur minimalen Ertrag. Und längere Bindungsdauern bei Zinsanlagen sind wenig verlockend. Vor allem bei Staatsanleihen aus dem EU-Raum sorgen sich die Investoren um Verschuldung und Länderrisiken.

Anleihen stehen nach Meinung des Blackrock-Experten auch aus einem anderen Grund nicht mehr ganz oben auf den Kauflisten: "Viele Anleger sind hier schon übergewichtet, und dann sind die Renditen erstklassiger Papiere in den letzten Monaten noch gestiegen - das könnte weiter gehen." So sprang beispielsweise die Effektivverzinsung der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe seit September um einen ganzen Prozentpunkt auf drei Prozent.

Dafür locken Aktien jetzt stärker als früher mit ihrem eigenen "Zinsargument", sprich den Ausschüttungen. "Die Dividendenrenditen haben wieder eine vernünftige Größenordnung", erkennt Wrede. Und Brodnik ergänzt, dass die Dividendenrenditen mancher Aktien höher sind als die Kupons der Anleihen dieser Firmen. Auch das ist für ihn ein zugkräftiges Argument pro Aktie.

Nach Einschätzung des Fidelity-Experten wollen außerdem immer mehr Anleger von den künftigen Wachstumsaussichten in Asien, im Mittleren Osten und in Afrika profitieren. "Der einfachste Einstieg ist der über Aktien", sagt er. Die vorliegenden Zahlen decken diese Einschätzung. Allein im Oktober flossen 7,5 der 16,9 Milliarden Euro für Aktienfonds in Produkte für Schwellenländer.

Vorjahresabsatz kaum erreichbar

Im laufenden Jahr bis einschließlich Oktober setzten die Anbieter Aktienfonds für netto 48,5 Milliarden Euro ab. Für eine Bilanz des Gesamtjahres fehlen in der Statistik noch zwei Monate. Moisson schätzt konservativ: "Unsere Prognose liegt bei 65 Milliarden Euro." Das wäre trotz der markanten Oktober-Zahl ein Ergebnis noch deutlich unter dem des sehr guten Vorjahres von 112 Milliarden Euro.

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  • bitte nicht Vergessen das ist meine Strategie und ich kann niemandem Garantieren das meine Strategie euch hilft keine Verluste zu machen. Jeder von euch muss selber entscheiden wie er sein Geld anlegen möchte. Aus meiner Sicht hat der kleine Mann es leider nicht verstanden wann er Aktien kaufen sollte. ich kann mich noch erinnern das am Anfang vom Jahr 2009 der DAX um die 3750 Punkte stand. Zur Zeit hat der DAX etwa 7000 Punkte erreicht. Wer jetzt eine DAX Aktie kauft zahlt fast das doppelte als im Jahr 2009. Wichtig ist das eine Privatperson die jetzt Aktien kauft wissen sollte das man nur Geld investieren sollte das man nicht benötigt. Wenn es zu Verlusten kommt sollte man in der Lage sein den Verlust zu verschmerzen. Jeder muss selber entscheiden wieviel er in Aktien investieren möchte. Aus meiner persönlichen Erfahrung solltet eine Privatperson mindestens 5% und maximal 30% seines Vermögens in Aktien invenstieren. Am besten den ganzen Markt mit ETFs kaufen und nicht auf wenige Aktien setzen. Zum beispiel nenne ich folgende ETFs die ihr über die Deutsche börse kaufen könnt:
    (WKN) A0D8Q0 iShares DJ EURO STOXX (DE)
    (WKN) A0ERY9 EasyETF FTSE EPRA Eurozone
    (WKN) A0HGZR iShares MSCi World
    Eine gute idee ist auch das Rebalancing einmal im Jahr solltet ihr überprüfen ob ihr zuwenig oder zuviel in Aktien investiert seid.
    Wenn ihr zum beispiel 10% eures Vermögens in Aktien invenstiert möchtet dann sollte ihr einmal im Jahr überprüfen ob die Prozentzahl überschritten oder unterschritten wurde. Zum beispiel merkt ihr das der Anteil an Aktien auf 15% eures Vermögens angestiegen ist dann solltet ihr so viele Aktien verkaufen so das ihr wieder nur mit 10% eures Vermögens in Aktien invenstiert seid. Wenn ihr merkt das der Anteil an Aktein auf 5% eures Vermögens gefallen ist dann solltet ihr so viele Aktien kaufen so das ihr wieder mit 10% eures Vermögens in Aktien invenstiert seid. Man versucht mit dieser Strategie das Risiko nicht zu erhöhen aber auch nicht zu verringern. Wenn man lange genug sich an diese Regeln hält dann erhöht man die Wahrscheinlichkeit zumindest nicht schlechter als der Markt abzuschneiden. Wenn ihr ein buch zu diesem Thema lesen möchtet empfehle ich folgendes buch "Unconventional Success: A Fundamental Approach to Personal investment" iSbN-13: 9780743228381 von David F. Swensen.

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