DSW für Engagement von Privatanlegern in Einzelfonds
Experten erwarten Boom bei Hedge Funds

Das Bundeskabinett wird am Mittwoch den Entwurf für das Investmentmodernisierungsgesetz verabschieden. Erstmals wird damit die Grundlage für die Zulassung von Hedge Funds in Deutschland geschaffen.

fmd BERLIN. „Der Gesetzentwurf enthält wichtige Verbesserungen für Anbieter und Anleger. Es wird die deutsche Investmentbranche im internationalen Wettbewerb stärken“, sagte der Hauptgeschäftsführer des BVI Bundesverband Investment und Asset Management dem Handelsblatt. Im September soll der Entwurf, im Parlament beraten werden. Auch der Bundesrat muss seine Zustimmung erteilen. Im November sollen die parlamentarischen Beratungen abgeschlossen werden.

Lange hatte die Branche auf die Legalisierung der „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ geschaffen, wie Hedge Funds vom Bundesfinanzministerium genannt werden. Nun wird ein starker Aufschwung der Hedge Funds in Deutschland erwartet. Hegde Funds werden künftig keinen besonderen Beschränkungen bei Leerverkäufen oder bei der Kreditaufnahme unterliegen. Das gilt auch für den Einsatz von Derivaten zur Erzielung von Hebeleffekten. Damit hat sich das Bundesfinanzministerium über Bedenken der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hinweggesetzt und sich an internationalen Vorbildern orientiert. In Großbritannien gibt es keine Beschränkungen und keine Meldepflicht bei Leerverkäufen.

Die meisten Beobachter zeigten sich angesichts der liberalen Gestaltung erfreut. „Es ist das liberalste Gesetz, das es für Hedge Funds gibt“, sagte DWS-Chef Axel Günter Benkner. Beschränkungen sind allerdings für Privatanleger vorgesehen. Diese dürfen nur in Dachfonds investieren, die wiederum nur maximal ein Fünftel in einzelne Hedge Funds investieren dürfen. Allerdings wurden in dem Entwurf Empfehlungen nicht aufgenommen, die eine Mindestanlagesumme von 50 000 Euro vorsahen.

„Mit dem Dachfonds-Konzept wird eine Sicherheit vorgegaukelt, die eigentlich nicht vorhanden ist“, kritisiert der Sprecher der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz. Schließlich investiere man in Fonds, die alle nach einem ähnlichen Konzept arbeiteten. Die DSW setzte sich dafür ein, dass der mündige Anleger auch in einzelne Hedge Funds investieren darf. Ähnlich wie in den USA müssten Anleger dann nachweisen, dass sie über liquide Mittel verfügen. Auf die Kreditinstitute käme damit erhöhter Beratungsbedarf zu.

Quelle: Handelsblatt

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