Dubai-Immobilienfonds: Abgezockt mit Michael Schumacher

Dubai-Immobilienfonds
Abgezockt mit Michael Schumacher

Das Märchen vom großen Geld ist aus. Anleger haben Millionen in Dubai investiert, doch viele Fonds haben nur einen Bruchteil dessen ausgeschüttet, was sie versprochen hatten. In Deutschland steht nun der Dubai-Fondsanbieter Alternative Capital Invest, für den Sportler wie Boris Becker oder Michael Schumacher werben, im Fokus der Bielefelder Staatsanwaltschaft.
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DÜSSELDURF/FRANKFURT. Niki Lauda macht den großen Boxenstopp in Dubai - und das ausgerechnet bei Alternative Capital Invest (ACI). Ob er oder andere Sportgrößen wie Boris Becker und Michael Schumacher noch einmal ihren guten Namen für diese Gesellschaft hergeben würden, ist höchst zweifelhaft. Denn für ACI, einen Anbieter von Dubai-Immobilienfonds mit Sitz in Gütersloh, interessiert sich inzwischen die Staatsanwaltschaft in Bielefeld. Sie ließ Ende Juni die Geschäftsräume von ACI durchsuchen - wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug.

Für sieben Fonds hatte ACI laut Analysehaus Feri rund 210 Mio. Euro eingesammelt. Die Zahl der Anleger beziffert ACI selbst auf mehr als 6 000. Die Firma war damit Marktführer unter den Dubai-Fonds, in die nach Angaben von Feri insgesamt rund 700 Mio. Euro investiert wurden - von schätzungsweise 20 000 Anlegern. Nicht nur die ACI-Kunden werden von ihrem Geld wohl nur einen Bruchteil wiedersehen - das zeichnet sich schon jetzt ab.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind Dubai-Fonds-Anleger, wie bei geschlossenen Fonds üblich, Kommanditisten einer KG, sie haften also nur mit ihrer Einlage. Mit ihrem Geld, meist mindestens 10 000 Euro, sollten nach Abzug diverser Nebenkosten Immobilien in Dubai entstehen und mit Gewinn weiterverkauft werden. Und das auch möglichst schnell, denn das Steuerschlupfloch, das die Gewinne von der Steuer befreite, gab es nur bis Ende 2008. Gesetzesänderungen und die weltweite Immobilienkrise machten den Anlegern einen Strich durch die Rechnung. Vor allem das riskante Geschäftsmodell, angezahlte Objekte vor Fertigstellung zu einem höheren Preis weiterzuverkaufen, ging nicht auf, weil sich keine neuen Käufer fanden.

Dieses Modell verfolgte auch ACI. In dem im Juli 2007 aufgelegten Prospekt für den Fonds VII warb ACI zum Beispiel damit, dass der erste Fonds prospektgemäß aufgelöst worden sei und die Immobilien der Fonds II bis V verkauft seien. Heute gibt ACI-Chef Hanns-Uwe Lohmann zu: "Der bereits Mitte 2008 von der ACI eingeleitete Gesamtverkauf der Fonds II bis V an die Firma Yama scheiterte auch daran, dass der gesamte Immobilienmarkt in Dubai zusammenbrach." Anlegeranwalt Hartmut Göddecke vermutet andere Gründe: "Die Grundstücke gehören offenbar nicht einmal den Fonds", sagt Göddecke. Dies weist Lohmann zurück. Er sieht in den Angriffen lediglich den Versuch Göddeckes, weitere Mandanten für Schadensersatzprozesse gegen ACI zu gewinnen.

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  • Hat sich einer dieser vermutlich raffgierigen Anleger (bei dem Wort Steuerersparnis und angeblich hohen Renditen setzt ja bei vielen Vermögenden der nüchterne Verstand aus) denn vor seiner investition mal gefragt, wer da eigentlich alles in Dubai die vielen, vielen neuen Luxuswohnungen usw. beziehen soll? Die indischen Sklavenarbeiter etwa, die sie zu Hungerlöhnen gebaut haben, und jetzt einfach abgeschoben werden? Oder nur die paar Superreichen, die ihre Nebenwohnungen schon nicht mehr zählen können? Auch etwas seriösere Fonds haben ja ihre investitionen in den Dubaier Sand gesetzt. Dort gibt es eben kein realwirtschaftliches Fundament, auf das gebautr werden könnte. Und wer möchte da schon dauerhaft leben?
    Mein Mitleid mit den evt. betrogenen (muss sich erst noch erweisen) b..., Verzeihung, investoren ist hier sehr begrenzt. Zumal sie - wie üblich - wahrscheinlich wieder einmal nach dem Staat schreien werden, dessen Finanzierung sie ansonsten umgehen wollen. Es müsste ein Jammerverbot für gescheiterte Spekulanten und Steuervermeider geben....Dann gäben sich vielleicht sogar die privaten Pleitebankaktionäre der HRE endlich mit der großzügig gewährten Staatssubvention in Form eines Kaufpreises für ihre völlig wertlosen Anteile zufrieden. Wer bei Spekulationsgeschäften hereinfällt, ist selber schuld. Das ist die Logik der Marktwirtschaft, nach der ihr sonst immer schreit.

  • Dieser "Edle Oskar Von Schick" setze regelmäßig Firmen in den Sand. Letztes beispiel "Westminster" bei diesem Namen sollte man schon länger vorsichtig sein.Aberes trifft ja nur wieder mal nur die welche dem "schnellen Reichtum "nicht wiederstehen können!

  • ACi ist offensichtlich keine Ausnahme.
    in http://dubaiaktuell.bloqspot.com/search unter
    "Unruhe bei Quickfunds" stehen seit fast 3 Jahren inzwischen 1.594 Kommentare.
    Erstaunlich dabei, bei ACi sind Göddecke, vielleicht auch Mattil, bzw, Detektiv Fuchsgruber auf der Seite der Anleger. bei Quickfunds ist es gerade umgekehrt. Da vertraten oder vertreten die Herren die, die den Schaden bei den drei Fonds DDF bisher offensichtlich anrichteten. bis heute allerdings wohl eher ein unendlicher Schrecken ohne absehbares Ende.

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