DWS-Fondsmanager Tim Albrecht
„Man darf nicht den Helden spielen“

Lange war Tim Albrecht ein Optimist. Das hat sich geändert. Im Interview erklärt der Fondsmanager der DWS, warum er vorsichtiger ist, welche Warnsignale er sieht und warum Eon und RWE keine Dividende zahlen sollten.
  • 3

Tim Albrecht verwaltet einen der größten Fonds für deutsche Aktien, den DWS Deutschland. Der Fonds kommt auf ein Volumen von 4,33 Milliarden Euro. Albrecht investiert vor allem in die Schwergewichte am deutschen Aktienmarkt. Im vergangenen Jahr hat sein Fonds um rund 30 Prozent zugelegt. In diesem Jahr kommt er - so wie der Dax - bislang nicht vom Fleck.

Herr Albrecht, in den vergangenen Jahren ging es für deutsche Aktien fast nur nach oben. Sie hatten einen einfachen Job, oder?
Das klingt im Nachhinein so. Aber ich erinnere mich an schwierige Diskussionen. Es gab viele Skeptiker, die vor dem nächsten Einbruch warnten. Vor einem Jahr haben wir gesagt, dass der Dax über 9000 Punkte steigt - und standen damit ziemlich alleine da.

Die 9000-Punkte-Marke hat der Dax geschafft. Seitdem geht nicht mehr viel. Was ist noch drin?
Die Lage hat sich etwas geändert. Wir halten Aktien weiterhin für eine gute Wahl, aber nicht um jeden Preis. Wir sind vorsichtiger geworden. 

Das klingt nicht mehr nach großem Optimismus.
Man darf hier nicht den Helden spielen. Es geht nicht darum, der Beste zu sein, wenn es aufwärts geht. Es ist viel wichtiger, in schwierigeren Zeiten das Geld zusammenzuhalten.

Geht dem Dax nach der langen Rally die Luft aus?
Wir vermuten, dass sich der nervöse Zickzack-Kurs, den wir seit Anfang des Jahres haben, bis in den Spätsommer fortsetzen wird. Am Ende des Jahres könnte es dann wieder etwas aufwärts gehen.

Was heißt das unter dem Strich?
Es wird wahrscheinlich ein durchschnittliches Aktienjahr. Wenn der Dax am Ende bei gut 10.000 Punkten steht, können wir zufrieden sein. 

Die Zeit der großen Kursgewinne scheint erst mal vorbei zu sein. Ihr Fonds hat in diesem Jahr auch noch nichts gewonnen.
Die Aktienkurse sind schneller gestiegen als die Unternehmensgewinne. Dadurch sind die Bewertungen höher geworden. Weitere Kursanstiege sind davon abhängig, ob die Unternehmen in der Lage sind, ihre Gewinne zu steigern.

Kommentare zu " DWS-Fondsmanager Tim Albrecht: „Man darf nicht den Helden spielen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • abenomics: how to pay GE further.

    das war wohl alles.

  • EON ea spielen nicht Helden: die überlegen nur, wer Fukushima bezahlen soll, weil TEPCO das alleine nicht zu bezahlen vermag.

  • Handcreme auflegen und ein vernüftiges Makeup: und schon hat man was zu sagen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%