DWS führt Ranking an
Europa-Fonds profitieren von Industrietiteln

Die Finter Bank in Zürich dürfte den meisten deutschen Fondsanlegern kein Begriff sein. Dabei hätte das 1958 gegründete Schweizer Bankhaus durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient.

HAMBURG. Im aktuellen Zwölf-Monats-Vergleich von 313 auf europäische Standardwerte spezialisierten Aktienfonds belegt der bislang nicht aktiv in Deutschland vertriebene Finter European Blue Chips mit einem Zuwachs von 54,11 Prozent Platz zwei

Gegenüber dem Vergleichsindex MSCI Europe konnte Fondsmanager Placido Albanese für seine Anleger damit einen um rund 20 Prozentpunkte höheren Wertzuwachs herausholen. Er begründet das gute Ergebnis unter anderem mit einer deutlichen Übergewichtung zyklischer Industriewerte wie Thyssen-Krupp, Vallourec und Salzgitter. „Ausgezahlt hat sich aber auch unsere Entscheidung, die Bereiche Technologie, Medien und Telekom sowie Pharma und Nahrungsmittel kaum zu berücksichtigen“, ergänzt Albanese.

Bei der Einzeltitelauswahl geht der Finter-Manager nach einem quantitativen Ansatz vor und investiert in rund 50 Aktien, die er in etwa gleich gewichtet. Das Anlageuniversum des Finter European Blue Chips umfasst alle europäischen Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Euro. Im Mittelpunkt stehen Firmen aus den europäischen Kernländern, osteuropäische Aktien bleiben außen vor.

Im Gegensatz zu Albanese kann Michael Sieghart mit seinem DWS Invest European Equities auch in den Konvergenzländern Europas investieren. Allerdings nutzt er diese Möglichkeit derzeit nicht. Sieghart: „Diese Werte sind aus unserer Sicht zu teuer geworden. Wir bevorzugen daher Titel wie die österreichische Erste Bank, die in Osteuropa sehr stark vertreten ist.“ Mit einem Plus von 60,12 Prozent führt der DWS Invest European Equities seine Vergleichsgruppe an. Sieghart begründet das gute Abschneiden mit der Übergewichtung von Ölservice-Unternehmen, italienischen Banken und Industrietiteln.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fonds für europäische Standardwerte darf der DWS Invest European Equities bis zu 30 Prozent des Portfolios in Aktien mittelgroßer Unternehmen investieren, ist also nicht auf große Titel beschränkt. Nach Meinung von Thomas Portig ist dies ein klarer Vorteil gegenüber dem Schweizer Konkurrenten Finter. Der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management: „Mid Caps eignen sich sehr gut zur Stabilisierung eines Portfolios, weil sie insbesondere bei Kursstürzen weniger schnell verkauft werden als die großen Standardwerte.“ Portig kritisiert aber, dass der DWS-Fonds sehr nah an seinem Vergleichsindex gemanagt werde.

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