DWS und Templeton suchen weltweit unterbewertete Aktien und spüren kurzfristige Trends auf
Fondsmanager setzen auf Risikovermeidung

Der Ölpreis kann es Klaus Kaldemorgen derzeit nicht recht machen: "Steigt er weiter, belastet das die Börsen genau so wie fallende Preise", sagt der für Aktien verantwortliche Geschäftsführer der größten deutschen Investmentgesellschaft DWS.

HB HAMBURG. Letzteres würde nämlich von den Anlegern prompt als Zeichen einer sich abschwächenden Konjunktur gedeutet. Auch die aktuellen Notierungen behagen Kaldemorgen ganz und gar nicht: "Manche Analysten meinen, die Wirtschaft wird sich schon an ein Niveau von 60 Dollar pro Barrel gewöhnen. Doch das ist leichter gesagt als getan." Als Pragmatiker versucht der DWS-Manager jedoch, das Beste aus der Situation herauszuholen: "In den nächsten Monaten kommt es vor allem darauf an, einzelne Trends auszunutzen und unnötige Risiken zu meiden." Mit dieser Strategie ist Kaldemorgen bereits in den vergangenen zwölf Monaten gut gefahren. In der jüngsten Auswertung der zehn volumenstärksten Fonds mit Schwerpunkt globale Aktien liegen die von ihm betreuten Angebote "DWS Akkumula" und "DWS Vermögensbildungsfonds I" auf den Plätzen zwei und drei und schlugen jeweils den Vergleichsindex MSCI World (s. Tabelle).

Gute Chancen sieht Kaldemorgen nach wie vor im Ölservicebereich. "Die Preise für manche Dienstleistungen haben sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt und werden weiter steigen", prognostiziert er ertragreiche Zeiten für Schlumberger & Co. Ferner gefallen ihm in der Gesundheitsbranche tätige Unternehmen wie Roche und Medtronic sowie Industrie- und Logistikfirmen, die wie Boeing oder die Deutsche Post von steigenden Handels- und Verkehrsströmen profitieren. DWS-Manager Kaldemorgen stuft zudem europäische Versicherer wie ING Group als "extrem günstig bewertet" ein. Etwas zurückhaltender beurteilt er dagegen die Entwicklung in einigen Schwellenländern wie Südkorea oder Indien. Dort sei nach den kräftigen Zuwächsen der vergangenen Monate zunächst eine Konsolidierung notwendig.

"Der kurzfristige Ausblick für die Aktienmärkte ist eher unsicher", bestätigt Murdo Murchison. Gleichwohl fühlt sich der Manager des sowohl in Dollar- als auch Euro-Variante erhältlichen Fonds "Templeton Growth" in der aktuellen Situation wohler als noch zu Jahresbeginn: "Die Zahl der attraktiven und unterbewerteten Aktien ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen." Verstärkt hat Murchison sein Engagement im Pharma-Sektor, wo derzeit Merck, Glaxo-Smithkline und Tenet Healthcare zu seinen Favoriten gehören. Neu ins Portfolio kamen unter anderem Siemens und der nach Bilanzmanipulationen bei vielen Anlegern in Ungnade gefallene Versicherungskonzern AIG. Auch Medienwerten wie VNU oder Newscorp traut der Templeton-Manager in den kommenden Jahren eine überdurchschnittliche Entwicklung zu: "Der Sektor ist bereits seit längerem unbeliebt und entsprechend unterbewertet."

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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