Edles Metall
Ist der US-Dollar schwach, steigen die Preise für Gold und Silber

Gold wird immer wertvoller: Ende Oktober ist das Edelmetall auf die neue Rekordmarke von 1 070 US-Dollar pro Unze gestiegen - und Rohstoff-Strategen rechnen mit einer Fortsetzung der Preisrally. Die Wirtschaftskrise begünstigt den Kurs der Edelmetalle.
  • 0

DÜSSELDORF. Die Preise vieler Edelmetalle haben in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt - zum Beispiel Platin: Das weiße Edelmetall kostete nach dem Preisrückgang vor zwölf Monaten nur noch 800 US-Dollar pro Unze - seitdem ist sein Wert um mehr als 50 Prozent auf 1 300 US-Dollar pro Unze gestiegen.

Auch der Goldpreis entwickelte sich während der Finanzkrise positiv. Das gelbe Metall hat seit der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman fast 40 Prozent gewonnen, und sein Preis erreichte im vergangenen Oktober mit 1 070 US-Dollar pro Unze ein neues Allzeithoch.

Für eine Reihe von Experten - beispielsweise die Goldstrategen der Citibank - ist ein weiterer Anstieg des Goldpreises nur eine Frage der Zeit. Sie argumentieren damit, dass der Goldpreis unter anderem vom angeschlagenen US-Dollar profitiert. Denn traditionell entwickelt sich der Preis des gelben Metalls entgegengesetzt zum Greenback. Außerdem steigt der Goldpreis meist in einem Umfeld tiefer Zinsen wie dies derzeit der Fall ist. Und wenig deutet momentan darauf hin, dass sich die lockere Geldpolitik der Zentralbanken kurzfristig grundlegend ändern würde.

Skeptiker monieren hingegen den Hype um Gold. Wegen der enormen Überkapazitäten der Industrie weise derzeit wenig auf einen starken Anstieg der Inflation hin. Zudem weisen sie darauf hin, dass viele Hedgefonds ihr Geld im vergangenen Jahr in Gold investiert hätten. Hierbei handele es sich um spekulative Anleger, die ihr Geld schnell wieder abzögen, wenn sich in anderen Anlageklassen bessere Renditeaussichten ergeben.

Analysten trauen auch Silber auf Grund der hohen Unsicherheit am Markt weitere Zugewinne zu. Ein Indiz hierfür ist das starke Interesse der Anleger an Münzen und Investmentbarren im ersten Quartal 2009.

Weniger gut sind die kurzfristigen Aussichten bei Platin: Im Vergleich zu Gold ist Platin weit stärker konjunkturabhängig. Kurzfristig steigende Preise scheinen allein wegen der anhaltenden Krise im Automobilsektor unwahrscheinlich - rund 55 Prozent des weltweit geförderten Platins werden in dieser Branche verarbeitet. Für eine mittel- bis langfristige Preiserholung spricht allerdings, dass Platin künftig von weltweit strengeren Abgasverordnungen profitieren dürfte: Das Metall wird beim Bau von Katalysatoren eingesetzt, und schon eine leichte Erholung der Autobranche würde sich positiv auf den Platinpreis auswirken.

Die weitere Entwicklung der Edelmetallpreise hängt unter anderem von Investitionen der Anleger in so genannte Exchange Traded Platin Funds (ETF) ab. Mit ihnen können Investoren direkt in Platin, Silber oder Gold investieren. ETFs hatten bereits in den vergangenen Monaten einen entscheidenden Anteil an dem Aufschwung der Edelmetalle.

Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Edles Metall: Ist der US-Dollar schwach, steigen die Preise für Gold und Silber"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%