Einheitlicher Rahmen
Regeln für Hedge-Fonds

Die Diskussion um neue Regeln für das Fondsgeschäft auf europäischer Ebene ist in vollem Gange. Dabei drängen einige Marktteilnehmer auch auf eine Harmonisierung der Hedge-Fonds. Gleichzeitig denken die Experten über ganz neue Formen der Risikomessung und -kontrolle für Investmentfonds nach.

FRANKFURT. Diese Themen stehen neben anderen im Mittelpunkt bei der Schaffung eines Binnenmarktes für Fonds.

Im bisher gültigen Rahmen für Fonds, der Mindeststandards für europaweit an Privatanleger vertriebene Fonds definiert, können bereits sehr weitgehend Derivate und damit Terminmarktinstrumente eingesetzt werden. „Das hat den Trend zu so genannten Absolute-Return-Produkten mit Sicherheitspuffern, die mit derartigen Instrumenten leichter arbeiten können, zusätzlich gefördert“, sagt Martin Theisinger, Sprecher der Geschäftsführer von Schroder Investment Management in Deutschland. Auch Götz von Laffert, Partner der Vertriebs-Beratungsgesellschaft Fundmatrix registriert eine steigende Nachfrage: „Das spürt man sowohl bei Aktien- als auch Anleiheprodukten.“

Noch vor einigen Jahren durften Fondsmanager Derivate nur zu Absicherungszwecken einsetzen. Im Zuge der eingeführten EU-Regeln (Ucits) und deutschen Umsetzung im Investmentmodernisierungsgesetz sind die Manager weit weniger eingeschränkt, können teilweise sogar – wie Hedge-Fonds – auf fallende Kurse setzen. „Der Preis dafür waren erhöhte rechtliche Anforderungen an das Risikomanagement – das ist vernünftig“, sagt Sven Zeller, Partner bei der Anwaltskanzlei Clifford Chance.

Inzwischen haben die Fondsgesellschaften den Schritt in die neue Welt weitgehend getan und ihre alten Fonds-Vertragsbedingungen auf die neuen Regeln umgestellt. Nicht Schritt gehalten haben allerdings die Risikokontrollvorschriften. „Es stellt sich die Frage, ob man diese Streuungsvorgaben nicht durch Risikokontrollgrößen ersetze sollte“, sagt Wolfgang Mansfeld, Vorstand Union Asset Management und Europa-Experte für Fondsfragen.

Anwalt Zeller formuliert noch deutlicher: „Nach den aktuellen Vorgaben mischen die Verwalter nicht die Risiken, sondern nur die Vermögensformen.“ Das sei der falsche Ansatz. Zeller: „Es kommt doch darauf an, wie groß das Risiko am Ende ist, und das kann man nur am Anlageresultat ablesen.“

Den Schwenk auf Risikokontrollgrößen halten viele Experten für sinnvoll. „Darüber muss man nachdenken“, meint Schroder-Mann Theisinger. Für Mansfeld wäre dieser neue Ansatz ein „revolutionärer Vorstoß“. Es geht hier um Ansätze wie beim bekannten Value-at-Risk. Bei diesem Risikomaß wird eine Extremsituation an den Kapitalmärkten mit starken Verlusten angenommen und deren Auswirkungen auf ein Portfolio simuliert – eine Art Stresstest.

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