Einige Vermögensverwalter schlagen ihre Benchmark
Europäische Aktienfonds gewinnen wieder

Mehr als die Hälfte seines Wertes büßte der MSCI-Europe in den vergangenen zwölf Monaten ein. Viel besser kamen auch die zehn größten europäischen Aktienfonds nicht weg. Durchschnittlich verloren die 502 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Aktienfonds 39 Prozent an Wert.

FRANKFURT. Im ersten Monat des laufenden Jahres legten drei Produkte in der Feri-Fondstabelle jedoch schon wieder zu. Größter Gewinner im Januar war mit knapp zwei Prozent Plus der Industria-Fonds von Allianz Global Investors. Auf Jahressicht verlor das Produkt rund 42 Prozent. "Ein Fonds für europäische Aktien kann sich naturgemäß nicht vollständig von der Marktentwicklung abkoppeln", sagt Neil Dwane. Der Fondsmanager ist dem Anspruch seines Produkts, mindestens die Performance des MSCI Europe zu erzielen, gerecht geworden.

Im gesamten europäischen Währungsraum hat der Experte derzeit vor allem die Finanzdienstleister untergewichtet. "Auch die schlechte konjunkturelle Entwicklung mit den daraus zyklischen Eintrübungen der Kreditstabilität von Unternehmen und Konsumenten ist nicht hilfreich." Und nicht nur den Banken stehen die Investoren skeptisch gegenüber: "Solange Unternehmen nicht in der Lage sind, über den aktuellen Monat hinweg eine Aussage über den Geschäftsgang zu machen, ist es auch für den Investor schwierig, Vertrauen aufzubauen", sagt Dwane.

Italien, Spanien und Griechenland meidet der Aktienstratege derzeit. Die Aktienmärkte dieser Länder sind dominiert von Banken, Telekommunikations-Konzernen und Versorgern. "Während Telkoms und Versorger aufgrund ihrer defensiven Geschäftsstruktur die Finanzkrise relativ gut überstehen, sind Banken die großen Verlierer." Der Industria ist daher in Banken und auch in diesen Ländern stark untergewichtet. Schweizer Aktien allerdings hat der Experte mit 13 Prozent im Portfolio übergewichtet.

Die wesentlichen Positionen sind jedoch gerade nicht die UBS oder Crédit Suisse, sondern Nestlé und Roche. "Ebenso wie in anderen Volkswirtschaften belasten auch in der Schweiz die Banken das System. Nestlé und Roche sind in der Lage, die Krise als Gewinner zu verlassen", sagt Dwane. Und aufgrund der großen Bilanzstabilität der meisten großen Schweizer Aktien werde das Land seinem Ruf als sicherer Hafen noch immer gerecht.

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