Einstiger Top-Fonds GT Japan Enterprise hat in den vergangenen zwölf Monaten erneut enttäuscht
Invesco läuft in Japan alten Erfolgen nach

Das Urteil von Werner Hedrich für den Invesco GT Japan Enterprise fällt wenig schmeichelhaft aus. „Der Fonds bietet Anlegern bei stark überdurchschnittlichem Risiko nur eine unterdurchschnittliche Rendite“, sagt der Leiter des Fonds-Researchs bei Morningstar Deutschland.

HB HAMBURG. Im aktuellen Zwölf-Monats-Vergleich belegt die Dollar-Variante des auf japanische Nebenwerte spezialisierten Fonds mit einem Minus von 14,19 Prozent den drittletzten Platz (siehe Tabelle), die Yen-Variante Nippon Enterprise verlor noch zwei Prozentpunkte mehr.

Das war vor einigen Jahren noch anders. Anfang 2000 machte der Fonds Furore, weil Manager Masato Kawada 1999 in nur zwölf Monaten einen Wertzuwachs von mehr als 550 Prozent erzielte. Doch als dieses Ergebnis die Schlagzeilen beherrschte, war es für einen Einstieg schon viel zu spät: Zwischen Januar 2000 und Oktober 2003 verlor der Japan Enterprise 70 Prozent an Wert, anschließend verabschiedete sich Kawada in den Ruhestand. Immerhin: Von November 2003 an gerechnet verbuchte Nachfolger Osamu Tokuno einen Wertzuwachs von 25 Prozent und liegt damit im Mittelfeld der Vergleichsgruppe.

„Seit Jahresbeginn sind in Japan vor allem Value-Titel gefragt“, begründet Tokuno das zuletzt wieder schlechtere Abschneiden. Er selbst setzt ausschließlich auf Firmen mit einem kontinuierlichen Gewinnwachstum von 20 bis 30 Prozent. Die weiteren Aussichten für sein Portfolio beurteilt er positiv: „Das Interesse der Anleger wird sich schon bald wieder auf das Gewinnwachstum im nächsten Jahr verlagern, das günstig ausfallen dürfte.“

Weniger optimistisch beurteilt Midori Katsumi die Lage. „Es wird eine Reihe von Firmen geben, die ihre für die zweite Hälfte des Fiskaljahres angekündigten Gewinnprognosen nicht einhalten“, erwartet der Manager des auf Rang eins liegenden AIG Japan Small Companies. Deshalb setzt er auf striktes Stockpicking: „Uns interessieren Firmen, die in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie sich in einem wandelnden Umfeld behaupten können“, sagt Katsumi. Anleger, die von dieser Strategie überzeugt sind, können derzeit aber nicht auf den Zug aufspringen. Da das in japanische Small Caps investierte Vermögen bereits über eine Milliarde Euro beträgt, hat die Investmenttochter des US-Versicherers AIG den Fonds vorübergehend für neue Investoren geschlossen.

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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