Einzelländerfonds werden empfohlen
Stürmische Zeiten für Schwellenländerfonds

Erst hui, dann pfui, war im bisherigen Jahresverlauf das Motto für Schwellenländer-Investoren. Das erste Quartal verlief gut, das zweite lieferte Verluste.

HAMBURG. Fondsmanagerin Wen Zhang-Goldberg von Carmignac führt die Korrektur auf Inflationsrisiken, die Angst vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank und die Folgen für die Weltwirtschaft zurück. Auch der von ihr gemanagte Schwellenländerfonds Carmignac Emergents bekam die Turbulenzen an den Märkten zu spüren und verlor im zweiten Quartal mehr als acht Prozent an Wert. Für das erste Halbjahr weist er - anders als der MSCI Emerging Markets - immerhin ein leichtes Plus von 2,24 Prozent auf.

Deutlich besser schneidet der Carmignac-Fonds in der jüngsten Zwölf-Monats-Analyse von Feri ab. Mit einem Wertzuwachs von 39,75 Prozent liegt er in der Vergleichsgruppe von 85 Fonds auf Rang vier (siehe Tabelle). Zhang-Goldberg nennt drei Gründe für das Abschneiden: Gute Kontakte in den verschiedenen Ländern, Risikoabsicherung durch den Einsatz von Derivaten und eine genauen Analyse der Staaten, Sektoren und Themen. Da Länder mit großem Energie- und Rohstoffbedarf, wie die Türkei, Indien oder Thailand, stärker vom Inflationsrisiko betroffen seien, hat sie diese Positionen reduziert oder ganz aufgelöst. Dafür hat Zhang-Goldberg Brasiliens Anteil im Portfolio von 29 auf 33 Prozent ausgebaut, Zweitgrößte Position ist Südkorea mit 22 Prozent.

Zu den erfolgreichsten Schwellenländerfonds zählte über lange Jahre der Oyster FPP Emerging Markets. Seit drei Jahren hinkt seine Wertentwicklung der Spitze aber hinterher. In der jüngsten Zwölf-Monats-Statistik belegt die Euro-Variante lediglich Rang 81. Fondsmanager Jonathan Neill bleibt jedoch bei seiner Anlagephilosophie und folgt seinen Überzeugungen, die indexunabhängig und abweichend von der Massenmeinung sein können. "Das kann zu Schwächeperioden führen. Dann ist Geduld gefragt, die sich langfristig jedoch auszahlen wird", sagt Neill. Die schwache Performance erklärt er mit dem Übergewicht koreanischer Technologietitel und dem Engagement in Taiwan. Beide Anlagen hätten noch nicht den erhofften Aufwärtstrieb gehabt. Taiwan macht in Neills Portfolio über 30 Prozent aus, bei Zhang-Goldberg sind es nur 4,3 Prozent.

Volker Schmidt-Jennrich rät Anlegern grundsätzlich von Schwellenländerfonds ab. "Was in einer Region gewonnen wird, geht oft zeitgleich in einer anderen verloren", sagt der Mitbegründer des Finanzdienstleistungsinstituts SJB Fondsskyline. Er empfiehlt Anlegern Einzelländerfonds. Chancen sieht er im Moment in der Türkei. Seine Gründe: Gute Fundamentaldaten und die günstige geostrategische Lage .

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