Eliot Spitzer knöpft sich US-Fondsbranche vor
New Yorks Staatsanwalt schlägt wieder zu

Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer räumt an der Wall Street weiter auf. Am Mittwoch deckte der Anlegerschützer unsaubere Geschäfte zwischen US-Hedge Funds und klassischen Investmentfonds auf.

tmo/tor NEW YORK. „Der Schaden für Privatanleger geht vermutlich in die Milliarden“, sagte Spitzer in New York. Seine Ermittlungen zeigten, dass einige Fonds illegale Absprachen mit Hedge-Fund-Managern getroffen hätten.

Den ersten Schuldigen hat Spitzer bereits am Kragen: Der Hedge-Fund Canary Capital Partners aus New Jersey und die mit ihm verbundene Stern-Familie zahlen 30 Mill. $ in einem Entschädigungsfonds und weitere 10 Mill. $ Strafe in die Staatskasse. Der Staatsanwalt wirft der Gesellschaft unerlaubte Handelspraktiken vor. Involviert in die unsauberen Geschäfte seien Investmentfonds von Bank of America, der Chicagoer Regionalbank Bank One und des Vermögensverwalter Janus.

„Das volle Ausmaß dieses Skandals ist noch nicht absehbar“, sagte Spitzer, „aber eines ist schon jetzt klar: Die Fondsbranche arbeitet mit einem doppelten Maß. Bestimmte Unternehmen und Personen erhielten die Gelegenheit, das System zu manipulieren.“ Die Ermittlungen Spitzers treffen einen empfindlichen Nerv der US-Finanzbranche. Gelten die Investmentfonds doch bislang für Millionen von Privatanlegern als sicherer Hafen für die Altersversorgung.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben die Fondsverwalter den Hedge-Funds-Managern erlaubt, Anteile ihrer Fonds noch nach Börsenschluss zu handeln – und zwar zu dem offiziellen Tagesschluss-Kurs. Diese Möglichkeit haben Privatanleger, die in Fonds investieren, nicht. Interessant wird der nachbörsliche Handel, wenn der Schlusskurs eines Fonds nicht genau mit dem Wert der darin enthaltenen Wertpapiere überein stimmt. In diesem Fall können Hedge Funds einen risikolosen Profit einstreichen, indem sie kleine Unterschiede zwischen dem aufaddierten inneren Wert des Fonds und dem offiziellen Schlusskurs ausnutzen. Geprellt werden die übrigen Besitzer des Investmentfonds, denen dieser Zugewinn entgeht.

Als Gegenleistungen versprachen die Hedge-Funds-Manager offenbar den Banken, „hohe Summen“ in ihren Fonds anzulegen. Die Banken profitieren von den Verwaltungsgebühren, die sie für ihr Fondsvermögen berechnen.

Der jüngste Vorstoß ist bereits die zweite groß angelegte Untersuchung des New Yorker Generalstaatsanwalts. Spitzer war schon federführend bei der so genannten „Globalen Übereinkunft“ über schärfere Richtlinien für die Aktienanalysen von Investmentbanken. Dabei hatte er Großbanken wie Citigroup und Merrill Lynch hohe Strafen aufgebrummt.

Quelle: Handelsblatt

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