Emissionshaus Dr. Peters Schiffsfondsanbieter verprellt die Anleger

Einige Schiffsfinanzierer sind in der Krise in schwere See geraten und bitten nun ihre Anleger zur Kasse. Ein Name wird dabei noch öfter fallen: Dr. Peters. Das Emissionshaus will seine Fonds mit dem Geld der Investoren retten. Wer nicht zahlt, wird verklagt. Die Branche fürchtet um ihren Ruf.
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Der Schiffsfinanzierer Dr. Peters bittet seine Anleger zur Kasse - aus schierer Not. Quelle: Pressebild

Der Schiffsfinanzierer Dr. Peters bittet seine Anleger zur Kasse - aus schierer Not.

(Foto: Pressebild)

FRANKFURT. Im vornehmen Hamburger Elysee-Hotel, nur ein paar Hundert Meter Luftlinie entfernt von Deutschlands größtem Hafen, trifft sich am Donnerstag eine Branche, die am Seehandel einst gut verdient, dann stark gelitten hat. Inzwischen spürt auch sie den Aufschwung: Es geht um die Schiffsfinanzierer. Allerdings wird der aufkeimende Optimismus getrübt von denen, die in der Krise in schwere See geraten sind und nun die Anleger zur Kasse bitten. Der Name "Dr. Peters" wird in diesem Zusammenhang häufiger fallen. Die Firma mit dem soliden "Dr." im Titel steht für einen der größten Schiffsfondsanbieter Deutschlands. Aber die Dortmunder gehören auch zu den Anbietern geschlossener Fonds, die drauf und dran sind, ihren Ruf bei den Anlegern und Vermittlern zu ruinieren.

Die Methode von Dr. Peters lässt sich in Kurzform so beschreiben: Anleger, die für notleidende Dr.-Peters-Fonds ihren Sanierungsbeitrag nicht zahlen, müssen vor Gericht. Sie erhalten Briefe, in denen das Unternehmen Ausschüttungen zurückverlangt. Sollten sie nicht zahlen, würden sie verklagt.

Hinter dem rüden Umgang, den das Unternehmen pflegt, steckt die schiere Not. 18 der insgesamt 76 Schiffsfonds des Unternehmens haben derzeit Probleme. Betroffen sind mehrere Tausend Anleger, die rund 220 Mio. Euro in die Fonds gesteckt haben. Anleger reagieren empört: "Ein derartig aggressives Verhalten habe ich bisher bei noch keiner Fondsgesellschaft erlebt", sagt der Münchener Rechtsanwalt Peter Mattil, der rund drei Dutzend Anleger vertritt. Er rät Anlegern, vorerst nicht zu zahlen.

Die eigene Branche sieht das nicht anders. Gerade erlebt sie einen zarten Aufschwung. "Wir haben 2010 eine spürbare Markterholung gesehen", sagt Jens Brandis, Geschäftsführer beim Fondshaus Hamburg. "Wir kehren langsam zur Normalität zurück." Und jetzt das: "Auch bei uns sind rund ein Drittel aller Schiffe Sanierungsfälle", räumt Brandis ein. "Doch auf solche Methoden gegenüber den Anlegern würden wir niemals zurückgreifen." Schließlich will die Branche weiterhin Fonds verkaufen.

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6 Kommentare zu "Emissionshaus Dr. Peters: Schiffsfondsanbieter verprellt die Anleger"

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  • Ein KG-Fonds ist eine unternehmerische beteiligung mit auf das Zeichnungskapital beschränkter Haftung.
    Das Wiederaufleben der Haftung nach Ausschüttungen ( negatives Kapitalkonto ) ist ein normaler Vorgang, über den ich als Anleger immer wieder aufgekärt wurde. Mehrere meiner langlaufenden Fonds konnten so erfolgreich saniert werden bis hin zum positiven betriebsverlauf.
    Also warum das ganze Getue der Rechtsanwälte um diese Sache!!! ich kann die Aussagen von Niels Greulich aus meiner 20-jährigen Erfahrung als Fondsanleger nur begrüßen und nachhaltig bestätigen.

  • "Schneeballsystem" hat m. E. mit Schiffsbeteiligungen nichts zu tun (vielleicht eher noch mit Containern, was man aber bis heute auch noch nicht nachweisen konnte).
    Dass Ausschüttung aus dem Eigenkapital meistens nicht wirklich sinnvoll sind (vor allem wenn noch Schulden vorhanden sind), stimme ich zu. Auch, dass man nur in etwas investieren soll, was man wirklich versteht.
    ich glaube aber, dass Menschen im Prinzip bei Schiffsbeteiligungen sehr gut verstehen könnnen, wie das Geschäftsmodell funktioniert. besser als bei den meisten anderen Anlageprodukten, da man i. d. R. genau ein Objekt und eine Geschäftsidee und einen Geschäftsplan hat.
    Das Problem sind eher die Feinheiten, wie die Finanzierungsquote und die Art sowie die Überprüfung des Geschäftsplan auf Plausibilität bzw. wie realistisch dieser ist. Letzteres Problem hat man aber eigentlich immer bei jeder investition.
    Selbst z. b. beim Festgeld. Was weiß man heute, wie viel Kaufkraft der Euro in 5 Jahren noch hat? Kann ein Zins von z. b. 3% den Kaufkraftverlust kompensieren oder habe ich am Schluß mit der "Wette" fix 3% p. a. auf 5 Jahre zu erhalten ein Verlustgeschäft gemacht?

    Ob es sich bei vorgezogenen Ausschüttungen aus dem Eigenkapital der Anleger handelt, muss man m. E. genau prüfen. Wurde ein Schiff z. b. billiger fertiggestellt als zunächst angenommen und daher eine Ausschüttung vorgenommen, fände ich das nicht unbedingt negativ. Ansonsten sind die Ausschüttungen, die z. b. Dr. Peters bei ihren Schiffen vorgenommen wurden, schon zumindest zum Großteil auch gemäß dem Geschäftsplan erwirtschaftet worden. Das Problem war und ist, dass die Charterraten eingebrochen sind und damit der Geschäftsplan vieler Schiffsbeteiligungen nicht mehr stimmte. in der Folge konnten teilweise auch die Darlehensraten der bankkredite nicht mehr bezahlt werden. Somit steht oder stand bei einigen Schiffsbeteiligungen hier das Risiko, dass die bank ihre Sicherheit (=das Schiff) zur Tilgung der Schulden einfach liquidiert und damit zwar selbst an ihre Gelder kommt, aber die Anleger ein hohen finanziellen Schaden erleiden, weil der Restwert des Schiffes in den aller meisten Fällen nicht die Einlagen der investorendeckt.
    Somit war und ist es nur richtig, dass die beteiligungen, die in Not waren keine Ausschüttungen vorgenommen haben. Soweit mir bekannt ist, gehörte dazu auch Dr. Peters mit ihren betroffenen beteiligungen (siehe Artikel). Daher kann ich das Kommentar von "Schneeballsystem" in keiem Zusammenhang zu diesem Artikel sehen.

    Zu seiner Empfehlung nur beteilgigungen zu kaufen, die nicht mit Ausschüttungen aus Eigenkapital locken, muss man noch anfügen, dass man dabei auch die Kosten berücksichtigen muss. beteiligung die nicht mit solchen Tricks arbeiten, haben dafür zum Teil immense Vertriebskosten bzw. Provisionen, damit berater die Anteile auch an Kunden verkaufen.

    Man sollte daher immer auf die effektive investitionsquote schauen (bittte nicht meinen, dass das Agio die einzigen Vertriebskosten sind, sondern die im Prospekt ausgewiesenen Weichkosten, die vor allem auch noch interne Vertriebskosten beinhalten, berücksichtigen). Liegt diese Quote z. b. unter 85%, sollte man sich immer überlegen, ob das ein gutes Geschäft für einem ist, welches auch ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis bietet. Aus meiner Sicht tun das so gute wie keine beteiligungen (egal ob Schiff, immobilie oder Flugzeug oder ...). Sicher gut verdienen, tut hier vor allem der Verkäufer, der berater oder die bank.

  • 1. investiere nirgends, wo du nicht verstehst, wie die rendite erwirtschaftet wird!
    2. investiere nirgends, wo man die anleger mit "vorgezogenen" ausschüttungen zum investieren motiviert. vorgezogene ausschüttungen - in der hoffnung, dass diesen irgendwann tatsächliche gewinne gegenüber stehen - haben den geschmack von schneeballsystemen!
    3. also, verstehe wo du investierst und achte darauf, dass nur "verdiente und vereinnahmte gewinne" ausgeschüttet werden.
    Solche beteiligungen gibt es. Leider halten sich gerade die alten und z.t. sehr großen anbieter nicht daran und spielen mit ihren anlegern. zeigen sie die rote karte und boykottieren sie diese häuser.
    gerade jetzt, im jahresendgeschäft sollen ausschüttungen aus dem eigenkapital des anlegers den turbo zünden ...
    nicht verunsichern lassen, sondern sorgfältig prüfen!

  • Jede Medaille hat 2 Seiten.

    Wenn Dr. Peters oder eine andere ähnliche Gesellschaften nicht die Ausschüttungen zurückverlangen, kann eine ganze beteiligung insolvent gehen und alle Anleger erleiden einen Schaden. ich halte es daher im Sinne für die "ehrlichen" Anleger, die sich an ihre vertraglichen Pflichten halten, ein Muss, dass Dr. Peters die übrigen notfalls auf Rückzahlungen der Ausschüttungen verklagt. Wenn nämlich alle Anleger ihre Ausschüttungen nicht zurückbezahlt hätten, wären wohl bereits einige Schiffe mehr insolvent, so dass die, die bisher nichts zurückbezahlt haben die eigentlichen Schmarotzer sind: Sie gehen das vermeintlich geringste Risiko aller Anleger ein und vertrauen darauf, dass die Anzahl der "ehrlichen" Anleger ausreicht um eine insolvenz abzuwenden.
    ich denke, dass das Problem und der buhmann nicht bei Dr. Peters sondern der Vertrieb bzw. die Vertriebsleute, bankberater u. s. w. sind, die ihre Kunden zum größten Teil unzureichend über die Risiken von Schiffsbeteiligungen aufgeklärt haben (also z. b. nicht über die Rückzahlungspflicht von Ausschüttungen, falls die beteiligung auf das Geld dringend angewiesen ist). Teilweise werden den Kunden sogar für die zukünftigen Ausschüttungen noch Rürup-Versicherungen verkauft in welche die Ausschüttungen einbezahlt werden. Diese Vorgehensweise sagt dann schon so ziemlich alles. Der berater verdient gleich doppelt und der Kunde kommt nicht mehr an sein Geld heran, was natürlich bei der Rückforderung der Ausschüttung ein Problem ist. beliebt ist auch statt der Versicherung auch gleich wieder eine neue beteiligung zu verkaufen, die mit Hilfe der Ausschüttungen bezahlt wird. bei Abschlussprovisionen von ca. 10 bis ca. 20% (im Schiffsbereich) ein sehr lukratives Geschäft.

    Ein Kunde, der richtig aufgeklärt wurde, kennt die Vor- und Nachteile einer Schiffsbeteiligung und sollte sich daher freuen, wenn Dr. Peters oder wer auch immer in den schwierigen Zeiten mit den finanzierenden banken an einen Tisch gesetzt hat und neue Zahlungsbedingungen ausgehandelt hat, die das langfristig Überleben der beteiligung sichern und vielleicht sogar mit einer positiven Rendite beenden lassen.

    ich finde es beschähmend und unehrlich, wenn andere Gesellschaften behaupten, dass sie das im Notfall nicht machen würden. M. E. ist es wie oben beschrieben ihre Pflicht im Sinne aller Anleger zu handeln und daher jedes Geld zurückverlangen sollten, welches zur Sicherung des Finanzierungskonzeptes nötig ist und zwar von allen gleichermaßen.

    Jemand wie Jürgen Mohr, der sogar selbst die beteiligungen verkauft hat und daher besonders über die Risiken bescheid wissen musste, hier noch eine Plattform zu bieten über Dr. Peters zu schimpfen, finde ich grotesk. Er schadet wie gesagt allen anderen Anlegern, vielleicht sogar seinen eigenen Kunden, mit seinem Verhalten. ich denke, Herr Mohr will wohl mit dem Schimpfen auf Dr. Peters von seinem eigenen Fehlverhalten gegenüber seiner Anleger ablenken, denn wer Kunden richtig über Schiffsbeteiligung aufgeklärt hat (auch über die immensen Provisionen, was mittlerweile nach einigen Rechtssprechungen auch Pflicht ist), hat in den aller meisten Fällen sowieso niemanden eine Schiffsbeteiligung verkaufen können. Die Kosten und Risiken für die Kunden stehen in den aller meisten Fällen in keinem Verhältnis zu den Ertragschancen, die ein Kunde hat. Auch die Hebelung der Rendite mit Krediten und Fremdwährungen, die fast bei jeder Schiffsbeteiligung Standard sind, sollte jedem berater und Kunden aufmerksam machen. So etwas ist meistens dann nötig, wenn der normale Geschäftsbetrieb nicht ausreicht um eine attraktive Rendite zu erwirtschaften. Es ist schon erstaunlich wie viele Anleger Yen und Dollarkredite bei ihren Schiffsbeteiligungen akzeptiert haben, aber selbst noch nie eine Währungsspekulation vorgenommen haben oder niemals ihr Auto oder Haus über eine fremde Währung finanzieren würden.

    Des Weiteren möchte ich auch anmerken, dass die Rückforderung von Ausschüttungen kein neuer und vorher nicht bekannter Fall ist, sondern das Gleiche geschah schon früher z. b. bei etlichen Medienfonds.

    Mich erinnert das Verhalten von Herrn Jürgen Mohr an das Verhalten von Kleinaktionären, die beschlüsse von Hauptversammlungen nur anfechten, um Unternehmen möglicherweise finanziell so zu Schaden, dass die Unternehmen den einzelnen lieber nachgeben und sogar großzügige Vergleichzahlungen leisten, statt es auf einen langjährigen Prozess ankommen zu lassen. Die Geschädigten sind in diesem Fall dann die übrigen Aktionäre, da der Gewinn ihrer Aktien um die Ausgleichszahlungen an die Querulanten gekürzt wird. Zum Glück gibt es nun erste Rechtssprechungen, die solche Kläger zum Schadensersatz verpflichten, falls es sich um völlige haltslose Klagen handelt.

    Jetzt frage ich mich, mit welcher stichhaltigen begründung bitte Herr Rechtsanwalt Peter Mattil, dem hier ja auch eine schöne Werbeplattform geboten wird, die ganzen Klagen rechtfertigt. insbesondere mit dem Wissen, dass bisher wohl alle Klagen zu Gunsten Dr. Peters ausgegangen sind (so der Artikel).

    ich halte Klagen gegen berater, die nicht über Provisionen und Risiken aufgeklärt haben, in den meisten Fällen für aussichtsreich, aber Klagen gegenüber der beteiligungsfirma, die hier nicht versucht ihr eigens Geld sondern das Geld aller Anleger zu retten, für nicht gerechtfertigt und ggf. sogar für unlauter und hoffe, dass es hier vielleicht auch Mal zu Schadensersatzforderungen gegen die Kläger kommt, wenn durch deren Verhalten eine insolvenz herbeigeführt wird. ich bin gespannt, ob Herr Rechtsanwalt Peter Mattil seine Mandanten auch über dieses Risiko aufgeklärt hat.

    ich bin weder Mitarbeiter von Dr. Peters noch habe ich eine beteiligung von Dr. Peters.
    ich selbst habe seit 2006 eine Genehmigung nach §34c GewO beteiligungen verkaufen zu dürfen und habe bisher genau 1 Schiffsbeteiligung verkauft (im Februar 2008 mit Offenlegung der Provisionen, was damals noch so gut wie niemand gemacht hat).

  • Es ist gut, das solche Artikel erscheinen, machen sie doch dem potentiellen Anleger bewusst, dass er auch das Kleingedruckte lesen muss.
    Die Verkaufsprospekte von Kommanditgesellschaften, die ich studiert habe, waren ziemlich deutlich, das man mit dem ganzen eingesetzten Vermoegen haftet, inklusive eventueller _vorlaeufiger_ Rueckzahlungen. Das muss man natuerlich bei der Liquiditaetsplanung beruecksichtigen.

  • Gold/Silber sind (noch) verdammt billig

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