Ende der Zinserhöhungen in der Euro-Zone
Fondsmanager erwarten steigende Kurse

Primco-Manager Matthieu Louanges geht von einer Senkung der US-Leitzinsen Mitte September aus: In der Euro-Zone führte dies in der Vergangenheit zu stagnierenden oder sinkenden Zinsen. Louanges, der sich auf eine steilere Zinskurve einstellt, hat die Duration daher auf sechs Jahre erhöht; im Robeco-Fonds liegt sie bereits bei mehr als zehn Jahren.

HAMBURG. Robeco-Fondsmanager Kommer van Trigt hat einen zuverlässigen Helfer: Ein von der niederländischen Fondsgesellschaft bereits 1994 entwickeltes computerbasiertes Analysemodell liefert ihm die Signale für die Steuerung der durchschnittlichen Restlaufzeiten (Duration) im Portfolio des globalen Rentenfonds Robeco Lux-o-Rente. Dieses mittlerweile auch bei anderen Fonds der Gesellschaft eingesetzte Modell leistete ihm auch in den vergangenen zwölf Monaten gute Dienste: So belegt der viertgrößte Euro-Rentenfonds auf dem deutschen Markt in der aktuellen Auswertung von Feri Rating & Research unter den zehn volumenstärksten Fonds derzeit den Spitzenplatz, im Gesamtvergleich über alle 246 Produkte dieser Kategorie schneidet er mit Rang 50 ebenfalls respektabel ab (s. Tabelle).

Dass der Fonds sich aber auch in den unruhigen Monaten Juli und August gut gehalten hat und in diesen beiden Monaten um knapp zwei Prozent zulegen konnte, führt van Trigt auch auf die grundsätzliche Ausrichtung des Fonds zurück. „Wir beschränken uns ausschließlich auf Staatsanleihen, die aufgrund der gestiegenen Risikoaversion der Investoren zu den Profiteuren der jüngsten Krise gehörten“, sagt der Robeco-Manager.

Matthieu Louanges von der auf Renten spezialisierten Allianz-Tochter Pimco beschränkt sich dagegen nicht ausschließlich auf diese Papiere, sondern setzt mit dem Allianz-Dit Rentenfonds auch auf Unternehmensanleihen. In den vergangenen Jahren hatte er von dieser Möglichkeit allerdings nur wenig Gebrauch gemacht und lediglich gut zehn Prozent des Portfolios in diese Papieren investiert. „Angesichts der bis Jahresmitte sehr guten Entwicklung dieser Anleihen war diese Gewichtung zu niedrig“, räumt Louanges ein und begründet damit auch den vergleichsweise schwachen Wertzuwachs von 0,32 Prozent per Ende Juli, mit dem der Fonds lediglich Rang 163 belegt.

Die jüngsten Turbulenzen hat der Pimco-Manager genutzt, um seine Engagements in Firmenbonds auf knapp 15 Prozent aufzustocken: „Wir sehen unter anderem für britische Banken-Anleihen Potenzial, da diese Institute höchst profitabel arbeiten“, erläutert Louanges. Auf der Laufzeitenseite hat Louanges sich in jüngster Zeit auf eine steilere Zinskurve eingestellt. „Wir gehen davon aus, dass die US-Notenbank die Leitzinsen Mitte September senkt, was in der Euro-Zone bislang fast ausnahmslos zu einer Trendwende hin zu stagnierenden oder sinkenden Zinsen führte“, erläutert der Fondsmanager, der die Duration darum auf rund sechs Jahre erhöht hat. Im Robeco-Fonds liegt sie inzwischen sogar bei mehr als zehn Jahren, nachdem van Trigt sie noch im Februar aufgrund ungünstiger Marktsignale von siebeneinhalb auf eineinhalb Jahre heruntergefahren hatte.

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