Ende des Anleihebooms
Bäume statt Bonds

Anleger müssen mit der Zeit gehen. Ein führender Pensionsfonds-Manager verzichtet auf Anleihen. Lieber legt er das Geld in Bäume und Windturbinen an. Die bringen zwar mehr Risiko, aber auch mehr Chancen.
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Leo de Bever hat ein klares Urteil über Anleihen: „Es gibt nur zwei Szenarien bei Bonds: schrecklich und richtig schrecklich”, der Vorstandschef des fünftgrößten kanadischen Pensionsfonds-Managers Alberta Investment. De Bever will die Bondbestände schrumpfen und nach alternativen Investments Ausschau halten. Denn: Seit die US-Notenbank im September bekannt gab, ihr monatliches Anleihekaufprogramm in Höhe von 85 Milliarden Dollar nicht zu reduzieren, bewegen sich die Zinsen nahe dem Rekordtief.

Der Schritt drückte die Fremdkapitalkosten in aller Welt, für Großanleger lohnt es sich also nicht mehr, in Bonds zu investieren. „Wir hatten einen Bärenmarkt bei Anleihen zwischen 1945 und 1980. Und danach dann sahen wir einen 30 Jahre währenden Bullenmarkt”, sagt der 63-Jährige Manager. Inzwischen drückt der Bär wieder den Bondmarkt: Derzeit gebe es nichts, was auf eine Bewegung nach oben deute, so de Bever. Es werde ziemlich schwierig, herauszufinden, wo sich die Erträge bei den Bonds hinbewegen werden.

Seit fünf Jahren führt de Bever das Unternehmen. Rund 12 Prozent Ertrag soll er in diesem Jahr erzielen. Dahinter würden Zugewinne bei Aktien von 23 Prozent stehen, während Anleihen nur auf eine „null” kämen.

Die mageren Erträge durch Bonds müssen ausgeglichen werden: So ersetzt Alberta Investment die klassischen festverzinslichen Anlagen mit Investments in Wälder und Unternehmen, die Energie erzeugen - von Windturbinen bis Brennstoffzellen. Die Firma versucht sich auch mit Katastrophen-Bonds, mit denen Risiken aus Überflutungen und Erdbeben von Versichern weggeleitet werden.

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  • Stimmt! Bei Rumänien land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken gab es in den letzten Jahren zwischen 200 und 300% Preissteigerungen. Der nächste Hype zeichnet sich auch schon ab, aber das wird nicht verraten! In dem Land gibts noch Haselnußplantagen und Weinberge, die aktuell zu einem Spott-Preis zu haben sind. Ist eh nur ein Spiel für Anleger ab 1 Mio.

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