Ende des Booms
Weitere Kursverluste in Schwellenländern

An den boomenden Märkten der Schwellenländer hat sich die Euphorie merklich abgekühlt. Doch es drohen noch weitere Kursverluste, glauben Experten.

Haben auch Sie in diesem Jahr in so genannte Schwellenländer investiert? Sich von der "BRIC-" und "China-Faktor"-Werbung der Banken, Fondsgesellschaften und Zertifikate-Industrie verleiten lassen? Dann haben wir jetzt schlechte Nachrichten für Sie: Der jüngste Einbruch an den Börsen der Schwellenländer ist vermutlich erst der Anfang. Wie die Vergangenheit uns lehrt (und die Abkühlung der weltweiten Konjunktur erwarten lässt), werden die Kurse der Schwellenländer-Aktien vermutlich noch tiefer purzeln.

Gemessen am wichtigsten Aktienindex der Schwellenländer, dem MSCI Emerging Markets, haben die Aktienmärkte der aufstrebenden Wirtschaftsnationen in den vergangenen vier Wochen 14 Prozent verloren. Darunter waren die seit Jahren starken Börsen wie die Indiens, Südafrikas, der Türkei und Brasiliens; sie haben in kürzester Zeit die Gewinne mehrerer Monate zunichte gemacht. Die Türkei hat erst in der vergangenen Woche zur Rettung ihrer Lira den Leitzins drastisch erhöht - auf 15 Prozent. Es kann aber noch viel schlimmer kommen. Die Malaise könnte noch gut und gerne einige Monate andauern.

Typische Baisse dauerte 35,6 Wochen

Das im kanadischen Montreal beheimatete Research Bank-Unternehmen Credit Analyst (BCA) hat die sieben stärksten Abwärtsphasen der Schwellenländerbörsen seit 1990 analysiert und festgestellt, dass eine typische Baisse 35,6 Wochen dauerte und den Anlegern - vom Höchststand aus gerechnet - im Durchschnitt Kursverluste von 34 Prozent bescherte. Im Schnitt 32 Wochen lang abwärts ging es, selbst wenn man die mit Abstand größte Baisse herausrechnet - das war der 84 lange Wochen andauernde Kursverfall nach dem Crash im Februar 2000, wobei die Kurse im Schnitt 32,9 Prozent verloren.

"Es wird noch weitere Verluste geben", ist sich Chen Zhao, der bei BCA für die globale Strategie zuständig ist, sicher. Zwar könnte eine kleine Zwischenerholung diese Märkte kurzfristig auffrischen. Doch "gerade jetzt scheint sich das Wachstum der Weltwirtschaft abzukühlen, von dem die Schwellenländer weit stärker abhängen als die Aktienmärkte der reifen Industrieländer", sagt Zhao. Außerdem sei in den Kapitalmärkten "immer noch viel Luft, die erst abgelassen werden muss".

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