Energienachfrage steigt
Stromausfälle erhellen Aussichten für den Energiesektor

Wenn Redner früher vor einem Auditorium einen Lacher verbuchen wollten, dann flochten sie die Geschichte mit dem abendlichen Stromausfall in New York ein: Nach einem solchen Black Out könne man mit einem Anstieg der Geburtenrate rechnen.

Im Zusammenhang mit den jüngsten Stromausfällen in Amerika, Großbritannien, Italien oder Skandinavien dürfte diese Kalkulation wohl nicht aufgehen. Die meisten Bürger wurden auf dem Nachhauseweg oder in der U-Bahn vom Stromausfall überrascht. Die großflächigen Stromunterbrechungen haben aber bewirkt, dass der Energiesektor schlagartig in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt ist. In den kommenden Jahren erwarten Analysten hier erhebliche Investitionen.

Die Energienachfrage in den USA steigt jährlich um rund zwei Prozent. Das hat zwar zum Aufbau neuer Kraftwerkskapazitäten geführt. Allerdings wurden nicht im gleichen Maße die Übertragungsnetze ausgebaut und modernisiert. Im Gegenteil: Seit Mitte der 80er Jahre wurden Investitionen Jahr für Jahr um 100 Millionen US-Dollar zurück gefahren. Veraltete und anfällige Netze waren aber gerade eine wesentliche Ursache für die Black Outs der vergangenen Wochen.

Die mangelnde Ausstattung und Modernisierung der Stromverteilungen sind zwar ein weltweites Problem, aber in den USA tritt es besonders drastisch zu Tage. In den letzten Monaten wurde bekannt, dass die rund 250 Firmen, die sich mit der Übertragung und Verteilung der Elektroenergie beschäftigen, für ihre Systeme 2002 nur 800 Millionen Dollar ausgegeben haben. Angesichts des immensen Ausmaßes des gesamten Stromnetzes ist das ein lächerlich kleiner Betrag. Allein in den USA, schätzt das Edison Electric Institute, müssen in diesem Jahrzehnt 56 Milliarden Dollar für Unterhaltung und Ausbau der Stromnetze ausgegeben werden.

Gleichzeitig werden die Stromausfälle aber auch die Entwicklung neuer technischer Lösungen beschleunigen. Von diesem Schub profitieren Firmen, die sich in der Energieerzeugung und -verteilung, Netzmanagement, alternativen Energien oder Energieeffizienz engagieren.

Einige Entwicklungen, die vor allem unter dem Begriff "New Energy" subsumiert werden, scheinen besonders für Asset Manager interessant, die nach Investitionen in der Energiebranche suchen. Das sind zum Beispiel die Supraleiter. Diese noch junge Technologie eröffnet Möglichkeiten, Stromnetze deutlich aufzurüsten, ohne ganze Städte aufgraben zu müssen. Die existierenden Kabel können durch diese Supraleiter ersetzt werden. Sie transportieren die 140-fache Energiemenge im Vergleich zu ihren kupfernen Vorgängern. American Superconductor zum Beispiel, ein Unternehmen, das an Supraleitern arbeitet, nahm im Sommer 50 Millionen US-Dollar auf, um ein Pilotprojekt für seine zweite Generation von Hochtemperatur- Supraleitern zu finanzieren. Das Unternehmen spricht bereits von zahlreichen Aufträgen aus der ganzen Welt.

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