Entscheidende Verbesserungen bei Kreditqualitäten der Unternehmen
Hohe Nachfrage stützt Unternehmensanleihen

Trotz sinkender Renditeabstände halten Fondsmanager die Anlageklasse weiter für attraktiv.

HB HAMBURG. Heiko Nitzsche bringt das Problem der Fondsmanager Michael Sonner und Peter Saß auf den Punkt. „Unternehmensanleihen bergen ein höheres Risiko als Staatsanleihen, werfen derzeit aber kaum mehr Rendite ab“, warnt der Fondsrating-Experte der Analysegesellschaft Standard & Poor’s. Vergrößern sich die Renditeabstände (Spreads) wieder, müssten der von Saß betreute DWS Euro-Corp Bonds und Sonners Dit-Corporate Bond Europa unter Umständen selbst dann mit Rückschlägen rechnen, wenn die Zinsen in Europa noch weiter fallen und traditionelle Rentenfonds Kursgewinne verbuchen. „Mit einer deutlichen Ausweitung der Spreads ist auf absehbare Zeit nicht zu rechnen“, hält Sonner dagegen. Der Dit-Manager, dessen Fonds im jüngsten Zwölf-Monats-vergleich von 61 auf Unternehmensanleihen ausgerichteten Angeboten auf Rang zwei liegt, nennt als wichtigstes Argument die immer noch sehr starke Nachfrage nach entsprechenden Papieren: „Viele Anleger wissen angesichts der niedrigen Renditen am Rentenmarkt nicht wohin mit ihrer Liquidität, und da bietet die etwas höhere laufende Verzinsung der Corporates durchaus einen Anreiz.“ Zudem gebe es derzeit vergleichsweise wenige Neuemissionen, so dass den Kursen von dieser Seite keine Gefahr drohe.

„Die Kreditqualität der Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren entscheidend verbessert“, nennt DWS-Manager Saß ein weiteres Argument für die Anlageklasse. So habe es im laufenden Jahr weltweit noch nicht einen einzigen Ausfall gegeben. Weil die Ratingagenturen ihr Urteil in vielen Fällen angehoben hätten, sei die Volatilität deutlich gesunken: „Manche Corporates schwanken mittlerweile weniger im Kurs als herkömmliche Bundesanleihen.“ Die niedrigeren Renditeaufschläge seien also durchaus gerechtfertigt, und prozentual seien sie immer noch höher als in vergangenen Marktphasen: „Der prozentuale Abstand von 3,70 zu 3,20 Prozent ist größer als der von 8,20 zu 7,20 Prozent.“

In der Ausrichtung unterscheiden sich die beiden Fonds nicht wesentlich voneinander. Als sehr sicher geltende Anleihen, die Spitzenbonitätsnoten „AAA“, „AA“ oder „A“ erhalten haben, machen jeweils mehr als zwei Drittel des Portfolios aus – wobei der Anteil von „AAA-Papieren“ beim Dit-Corporate Bond Europa mit 19,5 Prozent deutlich höher ausfällt als beim DWS Euro Corp-Bonds mit 1,7 Prozent. Sowohl Sonner als auch Saß setzen stark auf nachrangige Bankenanleihen, die aktuell gegenüber Bundesanleihen Renditeaufschläge von bis zu 1,2 Prozentpunkten bieten und sich in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt haben.

Für Anleger, die den Renditevorsprung trotz der etwas niedrigeren Bonität nutzen wollen, hält Nitzsche sowohl den Dit-Corporate Bond Europa als auch den DWS Euro Corp-Bonds für „sehr gut geeignet“. Gleichzeitig betont der S&P-Analyst jedoch, dass der Dit-Fonds etwas breiter aufgestellt sei und eine längere Historie aufweise.

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